Wirtschaft

Schließung von Güterzentren Bahn-Mitarbeiter begehren auf

Die Deutsche Bahn will ihre Güterzüge aus der Verlustzone bringen und dafür Arbeitsplätze abbauen. Unter den Mitarbeitern brodelt es gewaltig. Die Gewerkschaft verlangt, jetzt erst recht auf Wachstum zu setzen.

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Beim Staatskonzern herrscht dicke Luft.

(Foto: dpa)

Gegen Sparpläne und Stellenstreichungen beim geplanten Konzernumbau der Deutschen Bahn wächst der Widerstand. Anlässlich einer Aufsichtsratssitzung protestierten nach Gewerkschaftsangaben rund 1000 Beschäftigte vor der Bahn-Zentrale in Berlin. Ein Schrumpfkurs bei der Güterbahn DB Cargo komme nicht infrage, sagte der Chef der Gewerkschaft EVG und stellvertretende Vorsitzende des Kontrollgremiums, Alexander Kirchner.

Auf Schildern stand "Stoppt die Jobkiller bei DB Cargo" oder "Schrumpfbahn". Geplant ist, dass 215 kleinere Verladestationen und 2100 Arbeitsplätze wegfallen sollen. Auch aus der Bundesregierung wurde Kritik an den Plänen laut. Der Aufsichtsrat des bundeseigenen Konzerns wollte über die Pläne des Vorstandes zur Sanierung zur Schienengütersparte beraten.

Kirchner mahnte, eine Reduzierung des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) sei nur mit drastischer Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene möglich. Deshalb gelte: "Wir setzen auf Wachstum." Man verweigere sich Veränderungen nicht. Einem Konzept, das auf Abbau setze, werde im Aufsichtsrat aber auf keinen Fall zugestimmt.

EVG und Betriebsrat verlangen ein Wachstumskonzept bis 2030, das neben DB Cargo etwa auch den Regionalverkehr und die Instandhaltung umfasst. Die Güterbahn DB Cargo mit 17.500 Mitarbeitern hatte zuletzt Marktanteile verloren. Die Bahntochter war im vergangenen Jahr mit 183 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern in die roten Zahlen gefahren. Insgesamt gibt es bisher rund 1500 Güterumschlagplätze.

Weitere strategische Entscheidungen geplant

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagte der "Rheinischen Post": "Ziel einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik muss es sein, Güterverkehr runter von der Straße zu holen und auf die Schiene zu verlagern." Dazu brauche es Güterverteilzentren mit Schienenanschluss und keine Verschlechterung der Rahmenbedingungen.

Neben der Zukunft der Gütersparte stehen bei der Bahn in den nächsten Wochen und Monaten weitere strategische Entscheidungen an. Auf der Tagesordnung einer weiteren Aufsichtsratssitzung am 15. Juni steht der Kosten- und Zeitplan für das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21. Die Entscheidung über einen Börsengang der internationalen Bahn-Töchter Arriva und Schenker ist für diesen Herbst geplant.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

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