Wirtschaft

Tarifeinigung in Corona-Krise Bahn-Mitarbeiter erhalten minimal mehr Geld

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Der neue Tarifvertrag soll ab Januar 2022 bis Februar 2023 laufen.

(Foto: imago images/Ralph Peters)

Im ersten Halbjahr macht die Deutsche Bahn knapp vier Milliarden Euro Verlust. Trotzdem erhält das Personal bald mehr Geld. Allerdings deutlich weniger als in den vergangenen Jahren. Die Lokführer sind außen vor.

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft EVG haben sich im Zuge der Corona-Krise auf Eckpunkte eines Tarifvertrages verständig. Kern ist eine Lohnerhöhung ab 2022 in Höhe der Inflationsrate, wie Unternehmen und Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mitteilen. Betriebsbedingte Kündigungen bei dem angeschlagenen Staatsunternehmen sind ausgeschlossen. Zudem will die Bahn weiter in großem Stil einstellen und so ihr überaltertes Personal verjüngen.

Die Gewerkschaft EVG erklärte, man habe zwar in zahlreichen Punkten Übereinstimmung erzielt. Sie betonte jedoch, wesentliche Fragen seien noch offen. Vor allem verlangt die EVG, dass die zugesagten staatlichen Milliardenhilfen auch tatsächlich fließen. Offen ist zudem eine Einigung mit der konkurrierenden Lokführergewerkschaft GDL.

Laut Deutscher Bahn soll der neue Tarifvertrag bis Februar 2023 laufen. Ab Januar 2022 steigen die Löhne dann - je nach zuvor ermittelter Inflationsrate - zwischen 0,5 und 1,5 Prozent. Für untere Lohngruppen soll es bei einer Inflationsrate unter ein Prozent noch eine Einmalzahlung geben.

EU muss Kapitalspritze absegnen

Der bisherige Tarifvertrag läuft im Februar 2021 aus. Bis Januar 2022 soll es dann offenbar keine Erhöhung geben. Das ist insgesamt deutlich weniger als in vergangenen Jahren. Allerdings hatten sich EVG, Konzern und der Bund als Eigentümer im Rahmen eines "Bündnisses für die Bahn" bereits auf weitere Punkte verständigt.

Obwohl die Bahn unterm Strich bereits im ersten Halbjahr 3,7 Milliarden Euro Verlust machte, soll weiter investiert und eingestellt werden. Der Bund will mehr als fünf Milliarden Euro über eine Kapitalspritze zur Verfügung stellen. Dem muss aber die EU noch aus Gründen des Wettbewerbsrechts zustimmen. Die EVG hatte zugleich angedeutet, man werde so bei künftigen Lohnerhöhungen moderate Forderungen stellen. Die GDL hat sich nicht an dem Bündnis beteiligt.

Quelle: ntv.de, chr/rts