Wirtschaft

Weselsky droht und setzt Frist Bahn verspricht Lokführern neues Angebot

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Die GDL will mehr sein als eine Lokführergewerkschaft. Vor allem deswegen fuhren bei drei Streiks keine Loks.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit der dritte Streik zu Ende gegangen ist, herrscht zwischen der Lokführergewerkschaft und der Bahn Funkstille. Nun meldet sich GDL-Chef Weselsky mit Drohungen und einem Ultimatum. Der Konzern kündigt daraufhin einen neuen Vorschlag an.

Die Deutsche Bahn will der Lokführergewerkschaft GDL bis zum Wochenende ein "neues und verbessertes" Angebot vorlegen. Das verlautete aus dem Umfeld der beiden Tarifparteien. Erklärtes Ziel sei es, schon bald mit der Gewerkschaft am Verhandlungstisch Lösungen zu finden. Zuvor hatte die GDL von der Bahn ein "verhandlungsfähiges Angebot" bis Anfang nächster Woche verlangt. Andernfalls werde man von Montag an den nächsten Streik vorbereiten, kündigte die Gewerkschaft an. "Wir hatten der Deutschen Bahn (DB) nach dem letzten Ausstand Zeit zum Nachdenken eingeräumt, doch mir scheint, dass der Bahnvorstand ein bisschen lange zum Überlegen braucht", kritisierte Weselsky. Er warf der Bahn vor, auf Zeit zu spielen.

Inhalte des geplanten Angebots wurden zunächst nicht bekannt. Das Unternehmen prüfe intensiv, an welchen Stellen sich beide Seiten weiter annähern können, sagte eine Bahn-Sprecherin. "Im Interesse unserer Kundinnen und Kunden müssen wir jetzt dringend zu einer Einigung kommen."

Am Dienstag hatte die dritte Streikrunde der GDL geendet. Eine Annäherung ist noch nicht in Sicht. Die GDL fordert 3,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn hatte zuletzt eine Laufzeit von 36 Monaten angeboten und der Corona-Prämie zugestimmt. Gestritten wird auch über das Tarifeinheitsgesetz. Es sieht vor, dass in einem Unternehmen mit mehreren Gewerkschaften nur der Tarifvertrag der mitgliederstärkeren Arbeitnehmervertretung angewendet wird. In den meisten der rund 300 Betriebe der Bahn ist das aus Sicht des Konzerns die mit der GDL konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG.

EVG will Tarifvertrag wieder aufschnüren

Auch nach einer möglichen Einigung zwischen Bahn und GDL dürfte der Arbeitskampf für den Konzern noch nicht vorbei sein. Die EVG hatte bereits am Mittwoch angekündigt, man wolle einem möglicherweise höheren Tarifabschluss der Lokführergewerkschaft mit der Deutschen Bahn nicht tatenlos zusehen. "Die EVG wird nach Abschluss der GDL-Tarifverhandlungen auf der Grundlage des Sonderkündigungsrechtes ihr weiteres Vorgehen prüfen", sagte EVG-Vorsitzender Klaus-Dieter Hommel. "Fakt ist, die aktuelle Tarifrunde für alle Beschäftigten der Deutschen Bahn wird von der EVG beendet." Die EVG hatte mit der Deutschen Bahn bereits 2020 einen Tarifvertrag ausgehandelt.

Hommel forderte die GDL auf, ihre Mitgliederzahl zu nennen. "Es wäre an der Zeit, dass die GDL ihre Mitgliedszahlen offenlegt. Nur so kann sie einen Anspruch auf die zukünftige Vertretung von Beschäftigen nachweisen." Die EVG hat nach eigenen Angaben 180.000 Mitglieder, bei der Deutschen Bahn liegt ihr Organisationsgrad zwischen 50 und 70 Prozent.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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