Wirtschaft

Postfilialen lehnen A5-Kuverts ab Brexit-Briefwähler fürchten um ihre Stimmen

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In einigen "Deutsche Post"-Filialen sind die Briefwahl-Umschläge abgelehnt worden.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Beim Brexit-Referendum zählt jedes Votum. Doch Tausende britische Wähler, die derzeit in Deutschland leben, müssen fürchten, dass ihre Stimme gar nicht im Vereinigten Königreich ankommen könnte. Was das Problem ist? Das britische Briefformat.

Tausende Briten müssen offenbar fürchten, dass ihre Stimme zum Brexit-Referendum in der deutschen Post verschwunden ist. Wie der britische "Guardian" berichtet, seien Mitarbeiter der Poststellen verwirrt gewesen angesichts des Formats, das die vorfrankierten Umschläge haben. Diese wurden von der "Royal Mail" an die Briefwähler im Ausland verschickt. Das Blatt zitiert einen Sprecher der Deutschen Post, wonach die A5-Kuverts zwar nach dem internationalem IBRS-Standard gültig seien, viele Angestellte in den Filialen die Umschläge aber dennoch abgelehnt und die Wähler gebeten hätten, das in Deutschland gängige Briefporto zu zahlen.

Betroffen seien laut dem Bericht mehr als 100.000 Briten, die derzeit in Deutschland leben. Schuld an der Verwirrung sei aber nicht die Deutsche Post, sondern die Europäische Union, die es bisher versäumt hat, beim Briefversand einen EU-weiten Standard für Umschlaggrößen festzulegen. In Deutschland darf ein Standardbrief nicht länger als 14 Zentimeter und nicht breiter als neun Zentimeter sein. Bei der britischen "Royal Mail" gilt hingegen das A5-Format als Standard.

Weil IBRS-Briefe in Deutschland sehr selten verschickt würden, könne es dem Sprecher der Deutschen Post zufolge also passieren, dass ein Brexit-Brief in einer Filiale, in der man nicht mit diesem Standard vertraut ist, abgelehnt werde. "Wer sich deshalb Sorgen macht, kann den Brief aber in einen unserer 100.000 Briefkästen werfen", sagte er. Das Risiko sei "extrem klein", dass das Kuvert mit der so wichtigen Stimme nicht an den Empfänger weitergeleitet werde.

Auch in Frankreich gibt es Probleme

Laut "Guardian" hatten in Frankreich lebende Briten zuvor ähnliche Probleme gemeldet. Doch die "Royal Mail" beschwichtigt: "Wir bestätigen, dass IBRS von allen internationalen Versandunternehmen akzeptiert wird", hieß es in einer Mitteilung. Man arbeite eng mit ihnen zusammen, um sicher zu stellen, dass alle abgegeben Briefwahlstimmen auch akzeptiert würden.  

Zweieinhalb Wochen vor dem EU-Referendum in Großbritannien lag das Brexit-Lager am Sonntag erstmals wieder vorn: Laut dem vom Institut WhatUKThinks ermittelten Durchschnitt mehrerer Umfragen wollen 51 Prozent der Briten am 23. Juni für den Austritt des Königreichs aus der EU stimmen, 49 Prozent für den Verbleib.

Quelle: n-tv.de, jug/AFP