Wirtschaft

Es fehlen nur 1.599.800.724 Euro Brite will Griechen per Crowdfunding retten

Weil er "gelangweilt" ist von streitenden Politikern, nimmt ein 29-jähriger Brite die Rettung Griechenlands selbst in die Hand. Jeder Europäer soll nur wenige Euro beisteuern, um die nötigen Milliarden zusammenzubekommen.

Die Europäer seien - vielleicht mit der Ausnahme von Politikern wie Angela Merkel - großzügig, ist sich Thom Feeney sicher. Deshalb traue er auch eher dem Volk als den Regierungen zu, das überschuldete Griechenland vor dem Bankrott zu retten. Das politische Hickhack werde inzwischen "langweilig". "Warum bringen wir, das Volk, das nicht stattdessen in Ordnung?", schreibt der Schuhverkäufer aus York auf der Crowdfunding-Plattform IndiGoGo. Dort hat er einen Spendenaufruf gestartet, mit dem er 1,6 Milliarden Euro für Griechenland einsammeln möchte.

Wenn jeder der 503 Millionen Europäer den Gegenwert eines "Salats mit Schafskäse und Oliven" spende, käme die Summe leicht zusammen, sagt Thom Feeney. Bis Dienstagnachmittag spendeten bereits mehr als 13.000 Menschen insgesamt knapp 200.000 Euro. Für die restlichen gut 1.600.800 Euro hat er sich eine Frist von einer Woche gesetzt.

Er könne verstehen, wenn manche das Projekt für einen Witz hielten, sagt Feeney, "aber Crowdfunding kann wirklich helfen". Sollte er sein Ziel binnen sieben Tagen nicht erreichen, werde er alle über IndieGoGo eingegangenen Spenden wieder zurücküberweisen, kündigt der 29-Jährige an. Feeney hat nach eigener Auskunft selbst keinerlei Verbindungen zu Griechenland.

Sollte sein Projekt erfolgreich sein, gibt es für die Spender auch Belohnungen: Je nach Höhe der gespendeten Summe können sie sich über eine Postkarte von Ministerpräsident Alexis Tsipras, einen Feta-Oliven-Salat oder gar einen Griechenland-Urlaub für Zwei freuen. Ursprünglich bot Feeney noch eine griechische Insel für denjenigen an, der die gesamte Summe von 1,5 Milliarden Euro auf einmal spenden wolle. Auf Druck von IndieGoGo zog der 29-Jährige dieses Angebot aber zurück, weil die griechische Regierung nicht zugestimmt habe.

Wie genau die Rettung im Fall einer erfolgreichen Spendenkampagne ablaufen soll, weiß Feeney selbst noch nicht. "Wir versprechen aber, dass alle Einkünfte an das griechische Volk gehen werden", schreibt er. Auch darauf, dass mit 1,6 Milliarden Euro gerade einmal die letzte Monatsrate an den IWF beglichen, die Gesamtschuldenlast Griechenlands von mehr als 300 Milliarden aber kaum merklich erleichtert werden könnte, geht Feeney nicht ein.

Mit der griechischen Regierung hat er ebenfalls nach eigener Auskunft noch nicht direkt gesprochen. Es gebe aber Gerüchte, dass Ministerpräsident Alexiss Tsipras mit ihm Kontakt aufnehmen wolle, vermeldet Feeney.

Persönlich scheint sich die Idee für den Initiator jedenfalls auszuzahlen: "Als ich heute morgen aufwachte, hatte ich bei Facebook Freundschaftsanfragen von 30 griechischen Frauen."

Quelle: ntv.de, mbo/AFP

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