Wirtschaft

Schummelte Tesla beim Preis? Bundesamt streicht "E-Prämie"

Wer sich bei Elektroautos um kostengünstige Modelle bemüht, wird vom Staat belohnt. Dieser übernimmt die Hälfte der 4000 Euro "E-Prämie". Der Elektroautohersteller Tesla soll sich die Förderung mit falschen Preisen erschlichen haben. Das hat jetzt Konsequenzen.

Die Kaufprämie von 4000 Euro für das Elektro-Auto "Model S" von Tesla wird nicht länger ausgezahlt. Das zuständige Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (Bafa) strich das Fahrzeug von der Liste der förderfähigen Modelle. In diese Liste werden Hersteller nur aufgenommen, wenn sie ein Basismodell-Elektroauto anbieten, das einen Preis von 60.000 Euro nicht überschreitet.

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Tesla 224,15

Die einfachste Version des "Model S"  ist Teslas Basismodell, das Auto ist jedoch angeblich nur mit einem zusätzlichen Komfortpaket zu kaufen. Damit sei die Höchstgrenze überschritten, bis zu der eine Förderung möglich sei, sagte ein Sprecher des Bafa. Dies sei Ergebnis einer Prüfung, die seit Juli laufe.

Tesla wehrte sich gegen die Vorwürfe und bezeichnete diese als "falsch". "Jeder in Deutschland kann die Basisversion des Modells Tesla S ohne das Komfortpaket bestellen und wir haben solche Autos an Kunden ausgeliefert", sagte ein Sprecher des Elektroauto-Pioniers aus den USA. Dies gehe allein auch schon aus den Bestelloptionen für die Oberklasse-Limousine auf der Internetseite hervor. Tesla biete das Basispaket an, damit Kunden von der Prämienzahlung profitieren könnten. Der US-Autobauer wolle nun prüfen, ob Tesla-Verkäufer falsche Angaben gemacht hätten.

Der Bafa-Sprecher erklärte, dass jetzt untersucht wird, ob der Staatsanteil an den bereits ausgezahlten Prämien zurückgefordert werde. Die Förderung von 4000 Euro wird je zur Hälfte vom Hersteller und vom Steuerzahler getragen. Seit Start der Kaufprämie habe es 1274 Anträge für Tesla-Fahrzeuge auf Auszahlung gegeben. Davon seien 834 bewilligt und 648 ausgezahlt worden. Insgesamt hat es laut Bafa bisher rund 42.250 Anträge auf Förderung von E-Autos und Hybridfahrzeugen gegeben.

Quelle: n-tv.de, sra/rts

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