Wirtschaft

Nach Veto aus den USA Chinesen geben Aixtron-Übernahme auf

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Analysten bezweifeln, dass Aixtron allein überleben kann.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach dem Veto durch US-Präsident Obama haben die chinesischen Investoren kein Interesse mehr an Aixtron. Sie ziehen ihre Offerte zurück. Dem deutschen Technologie-Unternehmen drohen nun harte Einschnitte.

Die geplante Übernahme des deutschen Technologie-Konzerns Aixtron durch einen chinesischen Investor ist geplatzt. Der Kaufinteressent Fujian Grand Chip Investment teilte mit, er habe seine Offerte zurückgezogen. Bereits erworbene Papiere würden am 13. Dezember zurückgebucht. Aixtron-Chef Goetzleler sagte dem "Handelsblatt", nun seien im Interesse der Sicherheit und der Arbeitsplätze staatliche Stellen gefordert.

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Die Chinesen wollten 676 Millionen Euro für das Unternehmen aus Herzogenrath bei Aachen ausgeben. US-Präsident Barack Obama hatte sein Veto gegen die Übernahme der amerikanischen Aixtron-Tochter eingelegt und dies mit Sicherheitsbedenken begründet.

Die Aktien von Aixtron notierten daraufhin zeitweise 4,5 Prozent im Minus bei 3,72 Euro. Das Management wollte sich mit dem Partner aus der Volksrepublik einen finanzkräftigen Partner an Land ziehen, um Geld für Forschung und Entwicklung sowie eine Auslandsexpansion zu erhalten. Zudem erhoffte man sich Zugang zum milliardenschweren chinesischen Markt, auf dem sich auch amerikanische Konkurrenten wie Veeco oder Applied Materials tummeln.

Nun drohen Einschnitte

Für die Bundesregierung hat sich damit die Prüfung der bislang geplanten Übernahme erledigt. "Wir haben zur Kenntnis genommen, dass der Bieter sein Angebot zur Übernahme von Aixtron zurückgezogen hat", sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Damit sei die Prüfung zur Erteilung einer Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Bundesregierung nicht mehr nötig.

Aixtron produziert Anlagen zur Produktion von Halbleitern. Neben der zivilen Nutzung etwa für Leuchtdioden könnten auf den Aixtron-Anlagen aber auch Chips für militärische Zwecke produziert werden, etwa für Systeme, die Raketen und Satelliten steuern. Darauf machten die USA Medienberichten zufolge die Bundesregierung aufmerksam, die ursprünglich eine Unbedenklichkeitserklärung abgegeben hatte. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zog diese aber im Oktober kurzerhand zurück.

Aixtron-Chef Goetzeler sagte dem "Handelsblatt", nun sei öffentliche Hilfe gefordert. Die Politik sei in einer gewissen Bringschuld. Möglich seien etwa Hilfen im Rahmen eines Investitionsprogramms des Wirtschaftsministeriums. Ein Investor komme nur dann wieder infrage, "wenn die Politik mitspielt - sie hat uns ja andere Alternativen verwehrt." Doch Aixtron könne auch allein seinen Weg gehen, sagte der Firmenchef.

Experten bezweifeln, dass Aixtron mit seinen gut 700 Mitarbeitern selbstständig überleben kann. Ohne den Verkauf drohten Aixtron harte Einschnitte und ein Abbau von Arbeitsplätzen, hatte Konzernchef Martin Goetzeler gesagt. Zur Größenordnung äußerte er sich nicht.

Quelle: n-tv.de, mli/rts

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