Wirtschaft

Deutscher Widerstand wirkt offenbar Chinesen verlieren Interesse an Osram

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Gewerkschaften, Betriebsrat und Politik hatten sich gegen die Übernahme von Osram gewehrt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit Vorliebe würden chinesische Investoren Osram übernehmen, um sich das Know-how des deutschen Leuchtenherstellers einzuverleiben. Doch die Pläne stehen vor dem Scheitern. Stattdessen ist ein Strategiewechsel im Gespräch.

Das Kaufinteresse der Chinesen am Lichttechnikkonzern Osram hat sich Insidern zufolge deutlich abgekühlt. Der Halbleiterkonzern Sanan Optoelectronics und der Finanzinvestor GSR Go Scale Capital hätten ihre Bemühungen um eine Mehrheitsübernahme aufgegeben, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. "Der Widerstand von Arbeitnehmern und aus der Politik hat auf die Chinesen offenbar Eindruck gemacht."

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Einem dritten Kenner der Vorgänge zufolge könnten sich die Chinesen zunächst mit einer Minderheitsbeteiligung begnügen. Demnach überlegen sie, Siemens dessen Anteil von 17,5 Prozent abzukaufen. Die ehemalige Konzernmutter sucht nach einem Käufer für seine Beteiligung.

Anfang November hatten Sanan und Osram-Chef Olaf Berlien Gespräche eingeräumt, davon abgesehen aber keine weiteren Angaben gemacht. Zu dem neuen Bericht wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Die chinesischen Firmen waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Berlin und Washington mischen sich ein

Gewerkschaft und Betriebsrat hatten zwar den Verkauf des Glühbirnengeschäfts LEDvance an ein chinesisches Konsortium begrüßt, einen kompletten Verkauf des Traditionsunternehmens aber strikt abgelehnt. Der Betriebsrat wies eigens auf die militärische Verwendung einiger Produkte auch in Nordamerika hin.

Die USA hatten zuletzt den Verkauf der Philips-Tochter Lumileds ins Reich der Mitte wegen Sicherheitsbedenken unterbunden. Die Mehrheit an der Firma ging letztlich an einen US-Finanzinvestor.

Auch die Bundesregierung mischt sich zunehmend in Transaktion chinesischer Investoren ein, etwa im Fall des Spezialanlagenbauers Aixtron. Letztlich zog der Investor Fujian Grand Chip Fund sein Angebot zurück.

Quelle: ntv.de, chr/rts