Wirtschaft

Vorbild Kopenhagen? Dänischer Top-Manager soll BER helfen

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Zähe Abläufe sorgten bei vielen Reisenden für Verärgerung.

(Foto: imago images/Joko)

Wer vom BER fliegt, hat keineswegs das Gefühl, an einem nigelnagelneuen Flughafen zu sein. Die Abfertigung holpert, die Schlangen sind lang. Das soll sich schnell änder - den richtigen Mann dafür hat der Aufsichtsrat offenbar schon gefunden.

Ein internationaler Flughafen-Profi soll die Abläufe am pannengeplagten Hauptstadt-Airport BER dauerhaft verbessern. Nach Informationen des Berliner "Tagesspiegel" wird der Däne Thomas Hoff Andersson neuer Geschäftsführer für Operations der Flughafengesellschaft Berlins, Brandenburgs und des Bundes (FBB). Mit der Personalie, die am Freitag auch in einer Gesellschafterversammlung beraten wurde, gelingt dem FBB-Aufsichtsratsvorsitzenden und früheren Chef der Berliner Wasserbetriebe, Jörg Simon, ein überraschender Coup.

Der Aufsichtsrat entscheidet am kommenden Dienstag über die Berufung, mit der das dreiköpfige Management bestehend aus Flughafenchefin Aletta von Massenbach, Personalgeschäftsführer Michael Halberstadt und dann Hoff Andersson wieder komplett würde. Der 44-Jährige, der aktuell Vize-Nordeuropachef des internationalen Bodendienstleisters Menzies ist, übernimmt einen der schwierigsten Jobs am BER, der neben der Finanzkrise vor allem mit Mängeln bei Service und Abfertigung zu kämpfen hat.

Genau dafür bringt Hoff Andersson exzellente Referenzen mit. So verantwortete er von April 2019 bis August 2020 den Betrieb am Bangalore Airport, dem drittgrößten Indiens, mit 34 Millionen Passagieren damals der am schnellsten wachsende Großflughafen der Welt. Vorher war Hoff Andersson sieben Jahre Direktor am Flughafen Kopenhagen, der als einer der modernsten, nachhaltigsten und passagierfreundlichsten Europas gilt.

"Möglichst wenig Geld verlieren"

Am Freitag hatte Finanzsenator Matthias Kollatz in einem Reuters-Interview betont, Berlin und die anderen staatlichen Eigentümer erwarteten, dass sich die Passagierzahl bis Ende 2025 auf dem Vorkrisenniveau von 2019 einpendele. "Wir haben hier sehr vorsichtig gerechnet und keine Wachstumsraten unterstellt", betonte der SPD-Politiker. Die Finanzlage des Airports ist seit Jahren schwierig, denn die Betreibergesellschaft FBB ist auch wegen der Verzögerungen beim Bau mit rund 4,5 Milliarden Euro verschuldet.

Die öffentliche Hand soll dem BER bis 2026 mit insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro über die Corona-Krise hinweghelfen. Bereits im März hatten die Eigner hierzu grundsätzlich grünes Licht gegeben. "Mit der Patronatserklärung haben die Gesellschafter deutlich gemacht, dass sie den Airport auch in der Krise stützen", betonte Kollatz. "Jetzt geht es darum, möglichst wenig Geld zu verlieren." Berlin und Brandenburg sind mit je 37 Prozent an der FBB beteiligt, 26 Prozent liegen beim Bund.

Quelle: ntv.de, sba/rts

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