Wirtschaft

Wegen Streit um Boeing-Beihilfen EU vor massiven Strafzöllen auf US-Waren

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Mit Abgaben belegt werden könnten dann unter anderem Flugzeuge, Früchte, Nüsse, Orangensaft und Spirituosen. aus den USA 

(Foto: imago/Christian Ohde)

In den Nachwehen der US-Wahl könnte die EU den Handelsstreit mit Washington anfachen. Denn laut Diplomatenkreisen könnten bereits Anfang kommender Woche Strafzölle auf US-Waren im Milliardenwert verhängt werden. Der noch amtierende US-Präsident Trump hatte bereits eine harte Reaktion angedroht.

Im Streit um staatliche Beihilfen für die Flugzeugbauer Boeing und Airbus könnte die EU nach Informationen aus Diplomatenkreisen kommende Woche Strafzölle auf US-Waren im Volumen von vier Milliarden Dollar verhängen. Der Schritt werde nach einem Treffen der EU-Handelsminister am Montag erwartet, sagten EU-Diplomaten.

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Eine Mehrheit der EU-Staaten stimmte den Zöllen bereits zu, die die Welthandelsorganisation (WTO) der EU Mitte Oktober zugestanden hatte. Mit Abgaben belegt werden könnten dann unter anderem Flugzeuge, Früchte, Nüsse, Orangensaft und Spirituosen.

In dem seit 16 Jahren schwelenden Streit geht es unter anderem um die Frage, ob staatliche Kredite an Boeing und Airbus als illegale Beihilfen zu bewerten sind. Bereits 2019 hatte die WTO einer Klage der USA stattgegeben, Strafzölle auf EU-Waren im Volumen von 7,5 Milliarden Dollar verhängen zu dürfen. Die USA haben die Abgaben bereits eingeführt.

Angesichts der nach der WTO-Entscheidung im Oktober drohenden EU-Strafzölle hatte US-Präsident Donald Trump den Ton verschärft: Sollten die Europäer Strafzölle verhängen, "werden wir härter zurückschlagen als sie zuschlagen", sagte er. Am Freitag war der Ausgang der Präsidentenwahl weiter unklar. Doch in der deutschen Exportwirtschaft gilt auch Trumps Herausforderer Joe Biden in Handelsfragen als eher unnachgiebig.

Airbus meldet steigenden Absatz

Der Flugzeugbauer Airbus hat unterdessen einen wieder steigenden Absatz verkündet: Nach 57 Jets im September stellte der Konzern im Oktober 72 Exemplare seinen Kunden zur Verfügung. Im Juli waren es 49, im sommerbedingt auch in anderen Jahren schwächeren August 39 Maschinen.

Sein ursprüngliches Ziel, in diesem Jahr 880 Verkehrsflugzeuge auszuliefern, hat der Vorstand bereits zu Beginn der Corona-Krise kassiert. Stattdessen kappte das Management die Produktionspläne und kündigte den Abbau von 15.000 der rund 90.000 Jobs in der Verkehrsflugzeugsparte an.

Quelle: ntv.de, kst/rts/dpa