Wirtschaft

Konzerte mit Abstandsregeln Eventim hofft auf den Herbst

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Großveranstaltungen sind in Deutschland seit dem 8. März verboten.

(Foto: imago images/snapshot)

Die Corona-Krise trifft die Veranstaltungsbranche hart. Bei der Vorstellung seiner Quartalszahlen gewährt CTS Eventim Einblick in die düsteren Bücher. Für das vierte Quartal hat der Ticketvermarkter und Live-Veranstalter wieder Hoffnungen auf Großveranstaltungen.

Der Ticketvermarkter und Live-Veranstalter CTS Eventim hofft darauf, dass ab Herbst in Deutschland wieder Großveranstaltungen stattfinden können. "Frühestens im vierten Quartal" sei damit wieder zu rechnen, sagte ein Unternehmenssprecher. In Ländern wie Italien seien sogar schon vorher Konzerte mit bis zu 1000 Gästen unter Hygiene-Auflagen und Abstandsregeln möglich.

Das Geschäft des Ticketvermarkters liegt seit Mitte März brach. Das Unternehmen rutschte deshalb im ersten Quartal 2020 in die Verlustzone. Die Pandemie habe die Branche hart getroffen, sagte Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg bei der Vorstellung der Zahlen. Das Liquiditätspolster sei aber dick genug, um "diese herausfordernde Situation auch über einen längeren Zeitraum bewältigen und danach sogar gestärkt aus dieser Phase hervorzugehen".

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Von der Krise sind beide Segmente des Unternehmens betroffen, der Ticketverkauf und die Veranstaltungssparte. Bei Festivals wie "Rock am Ring" und "Rock im Park" sprängen Versicherer für den Schaden ein, bei kleineren Veranstaltungen sei das eher unüblich, sagte der Sprecher. Das Unternehmen setzt nun auf die Gutscheinlösung, die in Deutschland, Österreich und Italien beschlossen ist. Danach müssen Veranstalter verkaufte Tickets für Events seit dem 8. März nicht länger zurücknehmen. Stattdessen können sie Gutscheine ausgeben, wenn der Kunde auch einen möglichen Ersatztermin nicht wahrnehmen kann oder will. In Deutschland trat das entsprechende Gesetz am Mittwoch in Kraft. Erst ab 2022 müssen Veranstalter das Geld zurückzahlen, wenn der Gutschein bis dahin nicht eingelöst ist.

Keine Staatshilfe nötig

Konkret brach der Umsatz von CTS in den ersten drei Monaten des Jahres um rund ein Drittel auf knapp 185 Millionen Euro ein. Die liquiden Mittel schrumpften um 106 Millionen auf 685 Millionen Euro zusammen, obwohl Großveranstaltungen in Deutschland erst seit dem 8. März verboten sind. Vor Steuern stand ein Minus von 1,6 Millionen Euro zu Buche, ein Jahr zuvor hatte Eventim noch 41,6 Millionen Euro Gewinn gemeldet. Die CTS-Aktie brach am Mittwoch um 8,5 Prozent auf 34,20 Euro ein.

Seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr hatte der Tickethändler bereits Anfang April kassiert. Trotz Gutscheinlösung erwarten Analysten, dass Umsatz und Ergebnis in diesem Jahr deutlich zurückgehen.

Staatshilfe will das Unternehmen nach eigenen Angaben trotz der Krise nicht beantragen. "Wir haben sofort mit internen Kosten- und Effizienzmaßnahmen konsequent darauf reagiert", sagte der Sprecher. CTS habe Kurzarbeit angemeldet, Kündigungen gebe es nicht. Ende März beschäftigte das Unternehmen 3200 Mitarbeiter.

Quelle: ntv.de, chr/rts/dpa