Wirtschaft

"In Berlin ist die Party vorbei" Experten erwarten Preis-Sturz bei Immobilien

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Nicht nur in Hamburg werden immer mehr Eigentumswohnungen gebaut, während der Zuzug nachlässt.

(Foto: dpa)

Niedrige Zinsen, starker Zugug und steigende Einkommen: Preise für Eigentumswohnungen in deutschen Großstädten explodieren förmlich. Doch bei den dahinter liegenden Ursachen hat bereits eine Trendwende eingesetzt. Ein Gutachten prophezeit sinkende Preise.

Die Preisexplosion an den Immobilienmärkten in Berlin, München und Hamburg dürfte einer Studie zufolge zu Ende gehen. Dies ist das Ergebnis eines Gutachtens, das sogenannte Immobilienweise des Branchenverbands ZIA der Bundesregierung übergaben. Insbesondere in Berlin, vermutlich aber auch in München sei eine Trendwende abzusehen, erklärte der "Rat der Immobilienweisen". In dem Gremium sind Forschungs- und Beratungsfirmen der Branche vertreten.

Die Erwartung einer Trendwende beruht demzufolge darauf, dass der Zuzug in die Metropolen nachlasse und zugleich mehr Wohnungen gebaut würden. Berlin, München und Hamburg seien lange gewachsen, hießt es. Inzwischen sei der "Wanderungsgewinn" dieser Städte aber rückläufig, erklärten die Experten. "Es sieht alles danach aus, dass der Schwarm weiterzieht - in günstigere Städte", erklärte Harald Simons vom Beratungsunternehmen Empirica. Zugleich steigen demnach die Genehmigungen für den Neubau von Wohnungen insbesondere in Berlin und Hamburg rasant. Eigentumswohnungen in diesen Städten könnten in vier bis fünf Jahren um bis zu ein Drittel billiger werden.

"Als Ergebnis einer rückläufigen Zuwanderung und eines steigenden Angebots rechnen wir in Berlin und München und möglicherweise auch in Hamburg zukünftig nicht mit weiter steigenden Neuvertragsmieten", erklärte Simons. "Für Berlin gilt: The party is over. Wer jetzt noch kommt, darf beim Aufräumen helfen." Die aktuellen Kaufpreise ließen sich aber nur mit weiter steigenden Mieterträgen rechtfertigen. "Nach unserem Dafürhalten ist in Berlin sicherlich, in München wahrscheinlich und in Hamburg und Frankfurt möglicherweise mit einem Trendbruch bei den Kaufpreisen zu rechnen."

Münchener Preise um 75 Prozent übertrieben

Im vergangenen Jahr legten die Kaufpreise für Eigentumswohnungen den "Immobilienweisen" zufolge im bundesweiten Durchschnitt um 8,4 Prozent zu. 2015 waren es 7,7 Prozent gewesen. Bei den Mieten in neu abgeschlossenen Mietverträgen schwächte sich der Anstieg hingegen ab: 2015 hatten die Experten noch ein Plus von 3,4 Prozent verzeichnet, im vergangenen Jahr waren es lediglich 2,6 Prozent.

Die Fachleute gehen davon aus, dass die Kaufpreise deutschlandweit rund 16 Prozent übertrieben seien, in Ballungszentren allerdings deutlich stärker. So liege die Preisübertreibung bei gut 40 Prozent in Frankfurt und Hamburg, um die 50 Prozent in Köln, Berlin und Stuttgart sowie bei 75 Prozent in München.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa/rts/AFP

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