Wirtschaft

Altlasten wiegen schwer Goldman bricht ein - Citi glänzt

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Goldman Sachs hat im Investmentbanking und auch bei Finanzskandalen hohe Strafen zu zahlen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wird von der Vergangenheit eingeholt: Rückstellungen wegen dubioser Hypothekengeschäfte lassen den Gewinn einbrechen. Wettbewerber Citigroup ist dagegen im Aufwärtstrend.

Altlasten aus der Finanzkrise haben Goldman Sachs das zweite Quartal verhagelt. Um weitere Hypothekenklagen aus der Welt zu räumen, legte die US-Investmentbank überraschend 1,45 Milliarden Dollar zur Seite. Damit wurde der Nettogewinn mehr als halbiert auf nur noch 916 Millionen Dollar.

Hinzu kam ein schwächelnder Anleihehandel, wie Vorstandschef Lloyd Blankfein erklärte. Viele Anleger blieben vor allem im Juni lieber in Deckung, da sie zu unsicher waren, wie das Schuldendrama in Griechenland ausgeht. Wenn die Kunden weniger handeln, spült das den Großbanken weniger Gebühren in die Kasse. An der Wall Street herrschte Enttäuschung über den Quartalsbericht: Goldman-Aktien gaben vorbörslich ein Prozent nach.

Im Tagesgeschäft lief es zuletzt hingegen weiter rund. Goldman profitierte vor allem vom Fusionsboom in der Wirtschaft. Als Berater bei solchen Deals streicht die Bank hohe Gebühren ein. "Wir sind mit unseren Ergebnissen zufrieden", kommentierte Bankchef Lloyd Blankfein. Etwas schwächer entwickelte sich allerdings nach starkem Jahresauftakt das Handelsgeschäft mit Wertpapieren. Dieser Trend hatte sich schon bei Wettbewerbern wie JPMorgan angedeutet, die ihre Finanzberichte bereits vorlegten. Insgesamt blieben die Erlöse bei Goldman stabil bei gut neun Milliarden Dollar.

Citigroup überrascht positiv

Eigentlich haben die US-Institute die größten Rechtsstreitigkeiten inzwischen hinter sich gelassen und können wieder nach vorne schauen. Die Bilanzen von JP Morgan und Bank of America in dieser Woche waren kaum noch von solchen teuren Sonderfaktoren geprägt.

Auch die US-Großbank Citigroup profitiert von deutlich gesunkenen Kosten, weil sie weniger für Rechtsrisiken zurücklegen musste. Zudem zahlen sich Einsparungen im Tagesgeschäft aus. Im zweiten Quartal verdiente das Institut 4,8 Milliarden Dollar. Damit verdiente das drittgrößte Geldhaus der USA im zweiten Quartal so viel wie seit acht Jahren nicht mehr.  Das Geldhaus übertraf die Erwartungen von Analysten - die Aktie stieg vorbörslich zunächst um 2,5 Prozent.

Schlechte Vorboten für die Deutsche Bank

Als "relativ neutral für Europas Banksektor" werten Händler die Zahlen der US-Banken Citigroup und Goldman Sachs. Bei beiden haben Rechtskosten großen Einfluss auf die Gewinnsituation gehabt. Während Goldmans Gewinn von hohen Kosten verhagelt wurde und um 49 Prozent zurückging, konnten diese bei der Citigroup deutlich zurückgefahren werden und trieben den Gewinn nach oben.

In der gesamten Branche zeichnete sich dagegen schon länger ab, dass der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen im abgelaufenen Quartal schwächelte. Bei Goldman brachen die Einnahmen in dieser wichtigen Sparte um 28 Prozent ein - mehr als bei der Konkurrenz.

Das alles sind negative Vorboten für den Erzrivalen Deutsche Bank, der seine Zahlen am 30. Juli vorlegen will. Für den hiesigen Branchenprimus ist der Anleihehandel, der zu Jahresbeginn noch florierte, bislang die wichtigste Domäne.

Quelle: ntv.de, jge/rts/dpa/DJ

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