Wirtschaft

Protest gegen "Diktat der Troika" Griechen stärken Tsipras den Rücken

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Vor dem Parlamentsgebäude in Athen sammeln sich Tausende, um gegen die Sparpolitik zu demonstrieren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zum zweiten Mal in einer Woche protestieren Tausende Menschen in Griechenland gegen die harten Sparvorgaben von IWF, EU und EZB. In Brüssel trifft derweil der neue griechische Finanzminister Varoufakis erstmals seine Kollegen in der Eurogruppe.

Zeitgleich mit dem Griechenland-Sondertreffen der Euro-Finanzminister in Brüssel sind am Abend in Athen und Thessaloniki mehr als 20.000 Menschen zur Unterstützung ihrer Regierung auf die Straße gegangen. "Schluss mit der Austeritätspolitik", "Kein Schritt zurück" und "Gebt Griechenland eine Chance", hieß es in Sprechchören und auf Transparenten. Die Polizei gab die Zahl der Demonstranten in Athen mit mindestens 15.000, die in Thessaloniki mit mehr als 5000 an.

Auch in Patras und anderen griechischen Städten gab es Kundgebungen aus Anlass des Aktionstags unter dem Motto "Eine Atempause für Griechenlands Würde". Die Demonstranten protestierten gegen das "Diktat der Troika" aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Union und Europäischer Zentralbank (EZB). Auf vielen Schildern hieß es: "Wir sind nicht Merkels Kolonie".

"Kämpfen für Syriza"

Einer der Demonstranten auf dem Platz vor dem Parlament im verschneiten Athen, sagte, er sei bereit, für die von der Linkspartei Syriza geführte Regierung zu "kämpfen". Diese traue sich, "auf gleicher Augenhöhe mit den europäischen Partnern zu verhandeln, ohne sich der Troika zu unterwerfen." Ein Hilfsprogramm der Troika läuft Ende Februar aus.

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Das Motto lautet: "Eine Atempause für Griechenlands Würde"

(Foto: picture alliance / dpa)

Die vor gut zwei Wochen gewählte Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras will entsprechend den von Syriza vor der Parlamentswahl abgegebenen Versprechen der "von der Gebertroika auferlegten Kürzungspolitik ein Ende setzen" und durch die Bekämpfung von Steuerflucht, Vetternwirtschaft und Bestechung für mehr Staatseinnahmen sorgen.

Es ist bereits das zweite Mal, dass in Griechenland Demonstrationen für die neue Regierung stattfinden. Vor einer Woche, als die EZB erklärte, künftig keine Staatsanleihen des hoch verschuldeten Griechenlands mehr als Sicherheiten für Bankkredite zu akzeptieren, waren in Athen 5000 Menschen unter der Parole "Keine Erpressung durch die EZB" auf die Straße gegangen. Weitere Demonstrationen sind für Sonntag vorgesehen.

Die griechische Regierung will am Abend der Eurogruppe ihr Konzept für eine Bewältigung der schweren Schuldenkrise vorstellen. Finanzminister Gianis Varoufakis muss dabei erklären, wie er den griechischen Schuldenberg abtragen und zugleich im Euroraum bleiben will. Am Donnerstag wird Regierungschef Tsipras erstmals an einem EU-Gipfel teilnehmen.

Quelle: ntv.de, ddi/AFP/dpa

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