Wirtschaft

Neuer Container-Riese in Japan Hapag-Lloyd-Aktien zucken kurz

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Die Konsolidierung in der Container-Schifffahrt schreitet voran.

(Foto: picture alliance / dpa)

Überkapazitäten machen der weltweiten Container-Schifffahrt zu schaffen. Seit geraumer Zeit läuft deshalb eine Konsolidierungswelle, die nun auch Japan erreicht. Dort wollen die drei größten Branchenvertreter zusammengehen. Und Hapaq-Llloyd?

Mit einem Anstieg von zunächst rund zwei Prozent haben sich die Aktien von Hapag-Lloyd zum Start in die neue Handelswoche präsentiert. Damit gehörten sie im Kleinwerteindex SDax zu den Topgewinnern. Allerdings hielt das Kursplus nicht lang, am Mittag notierten die Anteilsscheine dann kaum verändert. Händler sahen einen Grund für den zwischenzeitlichen Anstieg in der fortschreitenden Konsolidierung der Container-Schifffahrt. Dieser habe nun auch Japan erreicht. Dort wollen die drei größten Unternehmen der Branche ihre Flotten zusammenlegen.

Hapag-Lloyd
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"Davon dürften auch Hapag-Lloyd längerfristig profitieren", sagte ein Marktteilnehmer. "Je mehr Zusammenschlüsse, desto besser die Aussichten für die Preise", meinte er. Hapag-Lloyd steht derzeit selbst in Verhandlungen über einen Zusammenschluss mit der arabischen UASC.

Neuer japanischer Riese

Nippon Yusen, Mitsui O.S.K. Lines und Kawasaki Kisen Kaisha wollen dadurch jährlich rund 110 Milliarden Yen oder umgerechnet rund 960 Millionen Euro einsparen. Das neue Unternehmen soll zum 1. Juli 2017 gegründet werden und den Betrieb per April 2018 aufnehmen. Nippon Yusen soll an dem Gemeinschaftsunternehmen mit 38 Prozent den größten Anteil haben. Mitsui O.S.L. und Kawasaki Kisen sollen mit jeweils 31 Prozent beteiligt sein.

Die Aktien der Unternehmen legten angesichts der Pläne an der Tokioter Börse deutlich zu: Mitsui OSK verteuerten sich um 14 Prozent, Nippon Yusen gewannen 9 Prozent und Kawasaki Kisen knapp 9 Prozent.

Anteilsscheine der insolventen Hanjin Shipping sprangen sogar 25 Prozent an. Grund dafür war die Ankündigung der koreanischen Regierung, einen staatlichen Schiffsfinanzierer mit einer anfänglichen Kapitalausstattung von 1 Billionen Won oder umgerechnet knapp 800 Millionen Euro zu gründen, um die koreanischen Schifffahrtsunternehmen zu unterstützen. Zusätzlich wolle die Regierung mehr als 250 Schiffe für etwa 11 Billionen Won bis zum Jahr 2020 bestellen.

Die Branche leidet weltweit unter Überkapazitäten, einer sinkenden Nachfrage und Preiskämpfen, die die Frachtraten in den vergangenen zwei Jahren weit unter die Gewinnschwelle gedrückt haben. Das hat für viele Reedereien zu hohen Verlusten geführt, weshalb gerade kleinere Unternehmen ums Überleben kämpfen. Viele der größeren Reedereien. Der harte Konkurrenzkampf hat mit der südkoreanischen Hanjin Shipping auch ein großes Opfer gefordert.

Quelle: n-tv.de, bad/DJ

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