Wirtschaft

Minus bei den Großaufträgen Industrie verliert unerwartet Aufträge

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In der deutschen Industrie gibt es trotz Auftragsminus viel zu tun.

(Foto: picture alliance / Julian Strate)

Die deutsche Industrie befindet sich in hervorragender Stimmung. Doch zum Jahresende gehen die Bestellungen überraschend zurück. Vor allem Investitionsgüter wie Maschinen und Fahrzeuge verzeichnen ein Minus. Experten bleiben positiv.

Die deutsche Industrie hat im November unerwartet weniger Aufträg eingesammelt. Bei den Unternehmen gingen 0,4 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das war der erste Rückgang nach zuvor drei Anstiegen in Folge. Ökonomen hatten ein Plus von 0,5 Prozent erwartet.

Die Nachfrage aus dem Inland schrumpfte um 0,4 Prozent. Die Aufträge aus dem Ausland sanken sogar um 0,5 Prozent. Während dabei das Neugeschäft mit den Euro-Ländern um 0,7 Prozent wuchs, fielen die Bestellungen aus dem Rest der Welt um 1,2 Prozent niedriger aus.

Weniger gefragt waren im November Investitionsgüter wie Maschinen und Fahrzeuge: Hier schrumpften die Aufträge um 2,3 Prozent. Bei Vorleistungen wie Chemikalien gab es dagegen einen Anstieg um 2,0 Prozent. Bei Konsumgütern nahmen die Bestellungen sogar um 3,2 Prozent zu.

Experten bleiben entspannt

Das Bundeswirtschaftsministerium sieht die Daten entspannt. "Im November waren im Wesentlichen die Schwankungen bei den Großaufträgen für das negative Ergebnis verantwortlich", heißt es in einer Stellungnahme. "Insgesamt haben sich die Aufträge in der zweiten Jahreshälfte 2017 überaus dynamisch entwickelt. Damit ist das Fundament für einen starken Jahresauftakt in der Industrie gelegt."

Auch Ökonomen wollten dem Minus keine allzu große Bedeutung beimessen. "Der leichte Rückgang ist kein Beinbruch. Insgesamt wird das vierte Quartal mit einem ordentlichen Plus abschneiden, vor allem die Aufträge aus der Euro-Zone haben sich wieder erholt", sagte Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. Alles in allem bleibe die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs.

Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe schloss sich an: "Auf dem hohen Niveau ist das geringe Auftragsminus locker verkraftbar. Allerdings zeigt sich (…), dass das bereits kräftige Auftragswachstum trotz der guten Stimmung nicht so einfach steigerbar ist", so der Ökonom.

Auch Sophia Krietenbrink vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet, dass sich der Aufschwung in diesem fortsetzt. Die Auftragslage sei weiterhin gut, erklärte die Experten. "Zudem sind die Sorgen um Nachfrage aus dem In- und Ausland so gering wie zuletzt vor sechs Jahren." Problematisch betrachtet die Industrieexpertin dagegen den Fachkräftemangel. Jedes zweite Unternehmen sehe darin ein Risiko für seine Geschäftsentwicklung sieht, sagte sie.

Quelle: ntv.de, chr/rts/DJ

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