Wirtschaft

Deal um Schülke vor Abschluss Investor sichert sich Desinfektionshersteller

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Desinfektionsmittel, wie die des Herstellers Schülke, sind zurzeit gefragt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Aus dem Wettbieten um das deutsche Chemieunternehmen Schülke geht der Finanzinvestor EQT als Sieger hervor. Die Übernahme ist durch die Corona-Pandemie zuletzt noch mal angeheizt worden. Im Kampf gegen das Virus verspricht der neue Besitzer, über alle Ressourcen zu verfügen.

Der schwedische Finanzinvestor EQT hat sich im Bieterwettkampf um den deutschen Desinfektionsmittelhersteller Schülke durchgesetzt. EQT führt mit dem französischen Industriegasekonzern Air Liquide exklusive Verhandlungen über den Kauf von Schülke, wie beide Unternehmen mitteilten. Der Abschluss des Deals scheint nur noch eine Formalie, die Arbeitnehmergremien müssen noch zustimmen. Schülke-Chef Christian Last begrüßte EQT bereits als neuen Partner.

Der Ausbruch des Coronavirus hatte den Bieterwettbewerb um den Hersteller von Desinfektionsprodukten für Hände, Haut und Oberflächen befeuert. Einem Insider zufolge legt EQT 900 Millionen Euro auf den Tisch. Air Liquide, die Schülke im Herbst zum Verkauf gestellt hatte, hatte sich Insidern zufolge zuletzt einen Verkaufserlös von einer Milliarde Euro erhofft. EQT-Partner Matthias Wittkowski erklärte, der Finanzinvestor sei sich seiner Verantwortung in der Corona-Krise bewusst und werde sicherstellen, dass Schülke über alle Ressourcen für den Kampf gegen das Virus verfüge.

Die 1889 in Hamburg gegründete Firma Schülke beschäftigt weltweit mehr als 1250 Mitarbeiter. Der bekannte Markenname Sagrotan geht auf die Firma zurück, wurde aber mittlerweile verkauft. Schülke vertreibt Produkte in mehr als 100 Ländern und produziert neben Deutschland auch in Frankreich und Brasilien in eigenen Werken. Der Umsatz des Herstellers im Jahr 2019 lag nach eigenen Angaben bei rund 335 Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, mdi/rts