Wirtschaft

Hohe Schulden Kroatien plant Euro-Beitritt

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Ministerpräsident Andrej Plenkovic will Kroatien binnen zwei Legislaturperioden in die Eurozone führen.

(Foto: REUTERS)

Kroatien will Teil der Euro-Zone werden. Laut Regierung soll dies schon in den nächsten acht Jahren geschehen. Die EU begrüßt die Euro-Ambitionen seines jüngsten Mitgliedstaates, bemängelt aber die bisweilen zu hohen Staatsschulden.

Das jüngste EU-Mitglied Kroatien will in den nächsten sieben bis acht Jahren den Euro einführen. "Wir wollen uns nicht auf genaue Termine festlegen, wollen aber binnen zwei Legislaturperioden Mitglied der Euro-Zone werden", sagte der kroatische Ministerpräsident Andrej Plenkovic. Seine Regierung ist seit zwei Jahren im Amt.

Als Stufe vor der Einführung der Gemeinschaftswährung sei geplant, am europäischen Wechselkursmechanismus (ERM 2) teilzunehmen. Der Schritt könne innerhalb der nächsten drei Jahre über die Bühne gehen. Die Kroatische Zentralbank hält die Kuna in einem engen Korridor zum Euro.

Euro-Kandidaten nehmen üblicherweise für mindestens zwei Jahre an dem Mechanismus teil. Damit soll sichergestellt werden, dass die Währung des Beitrittslandes nicht zu stark schwankt. Die Euro-Ambitionen von Kroatien fallen in eine Zeit, in der das Vorhaben auch von den Spitzen der EU geteilt wird. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker machte sich in seiner Rede zur Lage der Union Mitte September für die Einführung der Währung in osteuropäischen EU-Staaten stark.

Größte Hürde für Kroatien sind die Staatsschulden, die derzeit bei über 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen. Die EU erlaubt für den Beitritt höchstens 60 Prozent. Bis 2020 solle die Zahl auf 72 Prozent gedrückt werden, sagte Plenkovic.

Derzeit wird in 19 Staaten mit dem Euro gezahlt. Kroatien trat der EU im Sommer 2013 bei und ist damit jüngstes Mitglied.

Quelle: n-tv.de, hny/rts

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