Wirtschaft

Alle Jahre wieder Lego gehen zu Weihnachten die Steine aus

Das dänische Familienunternehmen Lego bricht einen Umsatzrekord nach dem anderen. Doch zur Weihnachtszeit ist der inzwischen größte Spielzeughersteller immer wieder überrascht vom eigenen Erfolg - und heizt die Nachfrage noch ein bisschen weiter an.

Lego, der inzwischen größte Spielzeughersteller der Welt, staunt wieder einmal, wie groß die Nachfrage nach seinen Klötzchen ist. Ausgerechnet zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts werden die kleinen Plastikbausteine knapp. "Wir werden nicht alle Bestellungen der Kunden bis Ende des Jahres bedienen können", sagte ein Firmensprecher. Welche Produkte und welche Länder von den Engpässen betroffen sind, sagte er nicht.

Dass die Nachfrage im letzten Quartal anzieht, dürfte einen Spielzeughersteller kaum überraschen. Doch diesmal sei die Situation "wirklich außergewöhnlich und übertrifft sowohl unsere Erwartungen als auch die unserer Kunden", sagte der Lego Sprecher weiter. Und: "Obwohl wir tun, was wir können", werde Lego die Nachfrage nicht befriedigen können.

Hype um knappe Ware

Doch ist die Situation 2015 wirklich so außergewöhnlich? Noch außergewöhnlicher, als sie es in den vergangenen Jahren war? Die Meldung aus dem Hause Lego, dass man mit der Produktion nicht nachkomme, scheint jedenfalls zu einer vorweihnachtlichen Tradition geworden zu sein. Im vergangenen Jahr etwa setzte ein regelrechter Hype und das Lego-Minecraft-Set ein, nachdem bei vielen Einzelhändlern die Vorräte ausgegangenen waren.

2012 waren es die Produkte der "Lego Friends"-Reihe für Mädchen, die - laut Hersteller - knapp zu werden drohten. Die Meldung dazu verband der damalige Unternehmenssprecher mit einer nicht uneigennützigen Empfehlung an alle Eltern, Großeltern und sonstigen Schenkenden: "Wir geben unser Allerbestes", versicherte der Sprecher, wer aber sicher sein wolle, dass er das Gewünschte bekommt, solle "sehr frühzeitig einkaufen gehen".

Lego hat seine Produktion bereits enorm ausgeweitet. Der Umsatz wuchs allein im ersten Halbjahr 2015 um 18 Prozent auf umgerechnet mehr als zwei Millionen Euro. Das dänische Familienunternehmen steckte in den vergangenen Jahren mehrere hundert Millionen Dollar in den Ausbau und die Modernisierung seiner Fabriken, um die Produktion anzukurbeln. Derzeit stellt Lego sein Spielzeug in Werken in Dänemark, Ungarn, Tschechien und Mexiko her. Ein neues Werk in China ist derzeit in Bau soll Anfang 2017 den Betrieb aufnehmen.

Starwars-Reihe heizt Nachfrage an

Schon im vergangenen Jahr hatten die Dänen erstmals den Barbie-Hersteller Mattel und den Monopoly-Produzenten Hasbro überholt. 2014 führte unter anderem der Boom aufgrund des "Lego"-Kinofilms zu dem offenbar unvorhersehbaren Kundenandrang am Jahresende. Dieses Jahr heizt vor allem der noch nicht erschienene neue Starwars-Film, zu dem Lego passende Figuren und Bausätze vertreibt, die Nachfrage wieder einmal stärker an, als vom Produzenten und seinen Händlern erwartet.

Das dänische Familienunternehmen hatte allein im vergangenen Jahren mehrere hundert Millionen Dollar die den Ausbau und die Modernisierung seiner Fabriken, um die Produktion anzukurbeln. Derzeit stellt Lego sein Spielzeug in Werken in Dänemark, Ungarn, Tschechien und Mexiko her. Ein neues Werk in China ist derzeit in Bau und soll Anfang 2017 den Betrieb aufnehmen.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/rts