Wirtschaft

Kartellamt stimmt ohne Auflagen zu Lufthansa darf Air-Berlin-Maschinen mieten

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Ein Teil der Air-Berlin-Flotte fliegt bald unter der Flagge der Lufthansa.

(Foto: picture alliance / Federico Gamb)

Um aus den roten Zahlen zu kommen, will Air Berlin seine Flotte verkleinern. Interesse hat die Lufthansa, die 38 Maschinen samt Crew für ihre Billigtöchter leasen möchte. Ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht ist das nicht.

Die Lufthansa darf Flugzeuge von Air Berlin übernehmen. Das Bundeskartellamt gab den entsprechenden Vertrag ohne Auflagen frei. Die Vereinbarung sei anders zu bewerten als etwa die Übernahme eines gesamten Unternehmens, erklärte Behördenchef Andreas Mundt. Zwar könne die Lufthansa mit den neuen Flugzeugen expandieren, doch reiche dies nicht aus, um den Plänen einen Riegel vorzuschieben.

Die beiden Konkurrenten hatten bereits im September vereinbart, dass die Lufthansa 38 Flugzeuge "zu marktüblichen Konditionen" von Air Berlin least. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Lufthansa 38 Flugzeugen des Typs Airbus A319 und A320 mitsamt Cockpit-Crew und Kabinenpersonal an deutschen und österreichischen Flughäfen nutzen kann. Air Berlin bleibt aber unter anderem für Crewplanung und Wartung der Maschinen zuständig.

Die Lufthansa will 33 der Maschinen an ihre Billigtochter Eurowings geben, fünf solle ihre österreichische Tochter Austrian Airlines erhalten. Die Vereinbarung läuft über sechs Jahre und enthält eine Option zur Verlängerung.

Air Berlin schreibt seit 2008 rote Zahlen, unterbrochen nur von einem kleinen Plus im Jahr 2012. Seit 2013 vergrößern sich die Verluste immer weiter. Das Unternehmen verkleinert deshalb seine Flotte auf 75 Maschinen und streicht etliche Stellen. Die Touristiksparte soll mit dem Ferienflieger Tuifly verschmolzen werden. Dieses Vorhaben wurde vom Kartellamt nicht geprüft.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP/rts/DJ

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