Wirtschaft

"Durchaus positive Aussichten" Merkel blickt optimistisch nach Griechenland

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Die Zahl der Arbeitslosen ist in Griechenland signifikant zurückgegangen und die Anzahl der Arbeitsplätze wächst.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bundeskanzlerin Merkel attestiert der Eurozone insgesamt eine gute Verfassung - auch Griechenland stehe besser da, als noch vor zwei oder drei Jahren. Der Euro-Rettungsfonds ESM könnte trotzdem umfassend ausgebaut werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zuversichtlich, dass Griechenland mit seinen Reformen vorankommt. "Ich hoffe und gehe davon aus, dass Griechenland alles, was es in Aussicht gestellt hat, auch umsetzen wird", sagte sie. "Wenn das Programm dann erfüllt wird, dann glaube ich, haben wir relativ positive Aussichten." Die Kanzlerin attestierte der Eurozone insgesamt eine gute Verfassung. Alle Mitgliedsländer hätten Wirtschaftswachstum - auch Griechenland. Die Zahl der Arbeitslosen sei signifikant zurückgegangen, und die Anzahl der Arbeitsplätze wachse. "Damit stehen wir deutlich besser da, als wir das vor zwei oder drei Jahren hatten", konstatierte die CDU-Vorsitzende.

Merkel zeigte sich überzeugt, "dass auch Griechenland von mehr Arbeitsplätzen und damit dann auch langsam von mehr Wohlstand profitieren wird". Das Land habe schon "einige positive Momente" erlebt wie etwa bei dem Versuch, Anleihen zu platzieren, und daraus auch "Selbstvertrauen" gezogen.

In der Debatte um den Euro-Rettungsfonds ESM stellte sich Merkel außerdem hinter den Vorstoß von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Dieser will den ESM in einen umfassenderen europäischen Währungsfonds ausbauen. Europa könnte so zeigen, dass es alle Mechanismen im Portfolio habe, um auf alle Situationen reagieren zu können und aus dem Schuldenstreit mit Griechenland gelernt hat. Vor allem brauche es aber mehr wirtschaftliche Kohärenz der Euro-Länder. "Ich glaube, das wäre schon eine sehr wichtige Reform", sagte die Kanzlerin. Inzwischen bestehe "ein gutes Sicherheitsnetz" für den Fall von Finanzkrisen, und die Frage sei, wie Europa sich noch selbstbewusster zeigen könne, "schwierige Situationen in unserem Euroraum" allein zu überwinden.

Mit Blick auf Reformvorschläge des französischen Präsidenten Emmanuel Macron sagte Merkel, sie habe nichts gegen den Begriff eines europäischen Finanzministers - man müsse nur dessen Aufgaben klären. Sie könne sich aber auch "einen Wirtschafts- und Finanzminister vorstellen".

Quelle: ntv.de, jki/rts/dj