Wirtschaft

Tarifeinigung auf Lohnerhöhungen in zwei Stufen Metaller bekommen mehr Geld

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Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger lobt die Arbeitgeber-Verhandlungsführerin Angelique Renkhoff-Mücke für ihren zügigen Stil.

(Foto: dpa)

Die Transparente können wieder ins Lager. IG Metall und Arbeitgeber einigen sich ohne großes Tauziehen und Getöse auf einen Tarifabschluss für die bundesweit 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. In zwei Stufen bekommen die Metaller mehr Geld.

Die Tarifparteien in der Metall- und Elektrobranche haben sich auf eine Erhöhung der Löhne in zwei Stufen geeinigt. Die nach einer gut sechsstündigen Verhandlungsrunde erzielte Übereinkunft sieht vor, dass die Beschäftigen ab Juli zunächst 3,4 Prozent mehr Bezüge erhalten, im Mai 2014 folgt ein weiteres Plus von 2,2 Prozent.

Der Pilotabschluss für die insgesamt 3,7 Millionen Branchenbeschäftigten in Deutschland sieht eine Laufzeit von 20 Monaten vor. Ein Ausscheren einzelner Betriebe über eine Öffnungsklausel ist nicht vorgesehen.

"Das ist ein fairer Kompromiss", lobte IG-Metall-Chef Berthold Huber die Einigung. "Die Metall- und Elektroindustrie hat sichere Leitplanken. Das ist ein Wert an sich in den sehr volatilen wirtschaftlichen Zeiten." Der Tarifabschluss stelle die Arbeitnehmer deutlich besser und sei für die Unternehmen verträglich.

Sein bayerischer Amtskollege Jürgen Wechsler lobte das Ergebnis als "guten Beitrag zur Binnenkonjunktur". Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger begrüßte vor allem die lange Laufzeit. "Wir haben Planungssicherheit bis Januar 2015. Das war uns viel wert, gerade in den Zeiten in denen wir uns gerade befinden", sagte er. Verhandlungsführerin Angelique Renkhoff-Mücke erklärte, die Belastung sei für die Unternehmen noch tragbar.

Druck durch Warnstreiks

Die IG Metall hatte zuvor mit Warnstreiks Druck auf die Arbeitgeber gemacht, um ihre Forderungen durchzusetzen. Bis zum Nachmittag beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben bundesweit knapp 130.000 Beschäftigte aus rund 600 Betrieben an Aktionen. Der Schwerpunkt lag in Bayern, wo unter anderem Beschäftigte von Siemens, MAN und BMW in den Ausstand traten.

Die Gewerkschaft hatte ursprünglich 5,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt ab Mai gefordert. Die Arbeitgeber boten ab Juli 2,3 Prozent mehr Geld über 13 Monate. Hätten sich die Parteien nicht geeinigt, wäre der Branche ein Streik bevorgestanden. Am Mittwochmittag soll die Tarifkommission der bayerischen IG Metall den Kompromiss absegnen.

Die IG Metall hatte zuletzt in verschiedenen Landesverbänden parallel mit den Arbeitgebern verhandelt. Den anderen Tarifbezirken empfehlen Gewerkschaft und Arbeitgeber, das Münchner Ergebnis zu übernehmen. Die Einigung ist der erste Pilotabschluss in Bayern seit 1995. "Bayern ist nun wieder wer unter den tarifgebenden Verbänden der Metall- und Elektroindustrie", sagte Dulger. Er lobte die Verhandlungsführerin Renkhoff-Mücke für ihren zügigen Stil. "Den bayerischen Tarifparteien ist in Rekordgeschwindigkeit und ohne verstaubte Rituale ein Pilotabschluss gelungen." Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler hatte für die verhältnismäßig kurzen Verhandlungsrunden eine andere Erklärung. "Das liegt vielleicht daran, dass wir beide aus Franken kommen."

Quelle: ntv.de, rts