Wirtschaft

Weniger Gewinn 2015 Munich Re kauft Aktien zurück

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Für 2015 rechnen die Münchner mit einem Rückgang des Gewinns auf 2,5 bis 3 Milliarden Euro.

(Foto: picture alliance / dpa)

Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Euro will die Münchner Rück bis Ende 2016 erwerben. Das entspricht rund 5,3 Millionen Aktien. Große politische und wirtschaftliche Unsicherheiten sorgen zudem für einen Rückgang des Gewinns.

Der Rückversicherer Munich Re stellt sich für 2015 auf leicht rückläufige Ergebnisse ein. Der DAX-Konzern erwartet für das laufende Jahr einen Gewinn zwischen 2,5 und 3 Milliarden Euro, nachdem das Nettoergebnis im abgelaufenen Jahr noch 3,2 Milliarden Euro betragen hatte. Die vergleichsweise große Spanne dieses Ziels sei der unverändert sehr großen Unsicherheit - politisch wie wirtschaftlich - geschuldet, teilte das Unternehmen mit.

Neben dem Kapitalmarkt werde auch der Rückversicherungsmarkt 2015 herausfordernd bleiben, heißt es weiter. Munich Re rechnet damit, dass sich der intensive Wettbewerb fortsetzt. Die Preise, die Rückversicherer bei Erstversicherungen durchsetzen können, gehen seit Jahren zurück. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen liegt das Angebot an Rückversicherungskapazitäten deutlich über der Nachfrage - insbesondere nach zwei vergleichsweise schadensarmen Jahren. Zusätzlicher Druck auf die Preise entsteht durch den Zufluss von Kapital aus alternativen Märkten, wie etwa dem Markt für Katastrophenanleihen (ILS).

Rückkaufprogramm soll im Mai abgeschlossen sein

Munich Re erwartet daher für 2015 gebuchte Bruttobeiträge zwischen 47 und 49 Milliarden Euro. 2014 waren es 48,8 Milliarden Euro. Das Kapitalanlageergebnis soll 2015 mindestens 7 Milliarden Euro erreichen nach 8 Milliarden Euro im Jahr 2014. Zum Gesamtgewinn soll die Rückversicherung 2015 mindestens 2 Milliarden Euro beitragen, nach 2,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Tochter Ergo erwartet 2015 ein Konzernergebnis von rund 500 Millionen Euro nach 200 Millionen im abgelaufenen Jahr. Der Konzern will zudem neue Erlösquellen in den Bereichen Cyber-Sicherheit, Energie oder Reputationsschutz auftun. Bislang seien diese Risiken im Markt nicht oder nur unzureichend gedeckt.

Um nicht benötigte Kapitalreserven abzubauen, die auf der Eigenkapitalrendite des Konzerns lasten, hatte die Munich Re bereits bei Bekanntgabe der vorläufigen Jahreszahlen im Februar angekündigt, die Dividende für 2014 auf 7,75 Euro je Aktie von 7,25 Euro für 2013 zu erhöhen.

Als weitere Maßnahme will der Vorstand sein Aktienrückkaufprogramm fortführen und bis zur Hauptversammlung 2016 eigene Aktien im Wert von bis zu 1 Milliarde Euro erwerben. Das derzeitige, im März 2014 beschlossene Rückkaufprogramm soll wie in den Vorjahren zur Hauptversammlung im Mai abgeschlossen sein. Bisher wurden rund 5,6 Millionen Aktien im Wert von rund 905 Millionen Euro zurückgekauft.

Quelle: ntv.de, Isabel Gomez, dpa