Wirtschaft

Defizit von 189 Milliarden Euro Öffentliche Haushalte stehen tief in der Kreide

imago0113506510h.jpg

Die Berechnungen der Statistiker basieren auf vorläufigen Ergebnissen der Kern- und Extrahaushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden.

(Foto: imago images/Michael Weber)

Das Defizit der öffentlichen Haushalte fällt 2020 so hoch wie noch nie seit der Wiedervereinigung aus. Während im Vorjahr ein Überschuss erzielt worden ist, schlagen jetzt knapp 200 Milliarden Euro Schulden zu Buche. Der Anstieg lässt sich hauptsächlich durch die Pandemie erklären.

Der öffentliche Gesamthaushalt hat im vergangenen Jahr das höchste Finanzierungsdefizit seit der Wiedervereinigung verzeichnet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte, ergab sich ein Defizit von 189,2 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich um das erste Defizit seit 2013. Im Vorjahr war noch ein Überschuss von 45,2 Milliarden verzeichnet worden.

Der Bundesbehörde zufolge stiegen die Ausgaben des Öffentlichen Gesamthaushalts um 12,1 Prozent auf 1678,6 Milliarden Euro, während die Einnahmen um 3,5 Prozent sanken. Die gestiegenen Ausgaben ließen sich durch die gestiegenen Zuweisungen und Zuschüsse infolge der Corona-Pandemie erklären: Demnach gingen rund 17,8 Milliarden Euro an Corona-Hilfen vom Bund an die Länder. Rund 13 Milliarden Euro seien an den Gesundheitsfonds geflossen, aus dem die Krankenkassen Leistungen für Versicherte finanzieren.

Gleichzeitig seien die Einnahmen des öffentlichen Gesamthaushalts aus Steuern und ähnlichen Abgaben zurückgegangen. Dem Statistischen Bundesamt zufolge sanken die Steuereinnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent auf 1308,4 Milliarden Euro. Allein beim Bund seien die Einnahmen aus Steuern innerhalb eines Jahres um 11,5 Prozent auf 315,8 Milliarden Euro gesunken.

Die Berechnungen der Statistiker basieren auf vorläufigen Ergebnissen der Kern- und Extrahaushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden. Auch die Ergebnisse der Sozialversicherung sowie der EU-Anteile im Rahmen der vierteljährlichen Kassenstatistik wurden einbezogen.

Quelle: ntv.de, jki/AFP

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.