Wirtschaft

Kräftiger Anstieg um drei Prozent Ökostrom-Umlage steigt auf Rekordhoch

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(Foto: dpa)

Im kommenden Jahr steigt die Ökostrom-Umlage auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde. So hoch war sie noch nie - und dennoch könnten die Stromanbieter die Preise für die Verbraucher senken.

Stromkunden müssen im kommenden Jahr eine höhere Ökostrom-Umlage bezahlen. Nach Angaben der vier Netzbetreiber 50Hertz, Tennet, Amprion und TransnetBW beträgt sie 2016 6,354 Cent pro Kilowattstunde - so viel wie nie zuvor. In diesem Jahr liegt sich bei 6,17 Cent.

Das bedeutet einen Anstieg im drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im vergangenen Jahr war die Abgabe, mit der der Ausbau der Erneuerbaren Energien finanziert wird, erstmals gesunken.

Die Ökostrom-Umlage wird seit dem Jahr 2000 erhoben. Hintergrund ist die Verpflichtung der Netzbetreiber, angebotenen Strom aus Erneuerbaren Energien nicht nur abzunehmen, sondern auch weitgehend zu festen Preisen zu vergüten. Den Strom verkaufen Sie dann an der Börse. Die Differenz zwischen Ankauf- und Börsenpreis  soll durch die EEG-Zulage abgefedert werden.

Von der Umlage entfallen rund 2,6 Cent pro Kilowattstunde auf Photovoltaik, etwa 1,7 Cent auf Biomasse sowie etwa 2,0 Cent auf die Windstromproduktion an Land und auf See. Die Folgen der höheren EEG-Umlage auf die Strompreise sind offen. Würden die Stromkonzerne die gefallenen Börsenstrompreise voll an ihre Kunden weitergeben, wären trotz gestiegener Umlage sinkende Preise denkbar.

Der Anstieg bringt Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel in Erklärungsnöte. Eigentlich hatte er bei Amtsantritt versprochen, die EEG-Umlage zumindest stabil zu halten. Weil aber immer mehr Windanlagen zu Land und auf dem Meer ans Netz gehen und der Großhandelspreis für Strom weiter unter Druck gerät, konnte er das Versprechen nicht halten. Vor zehn Jahren lag der Zuschlag für grünen Strom nur bei 0,68 Cent je Kilowattstunde.

Quelle: n-tv.de, jog/AFP/dpa

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