Wirtschaft

Preisverfall belastet Staatskasse Ölpreis zwingt Saudi-Arabien zu Reformen

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Der Ölpreis ist so tief wie seit Jahren nicht mehr.

(Foto: dpa)

Der Ölexport beschert Saudi-Arabien rund 80 Prozent seiner Einnahmen. Kein Wunder, dass das Land durch den aktuellen Preissturz am Weltmarkt Einbußen hinnehmen muss. In Riad will man deshalb von dem Rohstoff unabhängiger werden.

Als Reaktion auf den Ölpreisverfall plant Saudi-Arabien Wirtschaftsreformen. Das weltgrößte Erdölexportland wolle sich unabhängiger von dem Rohstoff machen, sagte König Salman. Dazu sollten die staatlichen Einnahmequellen auf eine breitere Basis gestellt werden. Zudem sollten Investitionen einheimischer und ausländischer Unternehmen erleichtert und die Schaffung neuer Arbeitsplätze gefördert werden. Konkrete Vorhaben nannte der König nicht.

Die Einzelheiten dürfte sein Sohn, Vize-Kronprinz Mohammed bin Salman, im Januar vorstellen. Wie von Insidern kürzlich verlautete, sind neben einer strengeren Ausgabenpolitik auch Privatisierungen geplant. Auch könnten Steuern, wie etwa auf Tabakimporte, erhöht werden. Derzeit sorgt nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds das Erdöl-Geschäft für 80 Prozent der Staatseinnahmen.

Der Ölpreissturz belastet allerdings die Staatskasse schwer. Das jährliche Haushaltsdefizit beträgt mehr als 100 Milliarden Dollar. Ein Überangebot wegen geringerer Nachfrage im Zuge der mauen Weltkonjunktur und des Fracking-Förderbooms in den USA ließ den Ölpreis zuletzt auf den tiefsten Stand seit elf Jahren sinken. Die Probleme sind aber auch hausgemacht: Denn Saudi-Arabien und andere Länder des Förderkartells Opec fluten den Weltmarkt weiter mit Öl. Damit wollen sie Konkurrenten mit höheren Förderkosten - vor allem die Schieferöl-Produzenten aus den USA - aus dem Markt drängen.

Quelle: n-tv.de, fma/rts/dpa

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