Wirtschaft

Ringen um Schuldenerleichterung Papadimitriou greift Schäuble scharf an

Griechenlands Regierung bringt eine Rentenkürzung um 25 Prozent auf den Weg. Für Wirtschaftsminister Papadimitriou ist das genug, damit Athen die in seinen Augen dringend benötigten Schuldenerleichterungen bekommt.

Vor dem Treffen der Euro-Finanzminister hat der griechische Wirtschaftsminister Dimitri Papadimitriou Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble scharf kritisiert. Aus seiner Sicht blockiert Schäuble zugesagte Schuldenerleichterungen für das finanziell schwer angeschlagene Land.

Papadimitriou sagte der "Welt", ihm scheine das Verhalten des deutschen Finanzministers "unredlich". Athen habe viele Reformen verabschiedet, jüngst erst eine Rentenkürzung um 25 Prozent. Das habe auch Schäuble anerkannt.

Es gehe nicht darum, Schulden zu streichen, sondern Zinsen zu verringern oder die Laufzeiten der Hilfskredite zu verlängern. "Das Geld ist nicht verloren", sagte Papadimitriou. Es liege in der Verantwortung der Eurozone, die EU zu einer Wachstumsunion zu machen, nicht zu einer Sparunion. Als Führungsfigur der Eurogruppe trage Schäuble dafür die Verantwortung.

"Schäuble muss seinen Widerstand gegen baldige Schuldenerleichterungen aufgeben", sagte auch der Fraktionschef der Sozialisten im EU-Parlament, Gianni Pittella, der "Welt". Griechenland müsse in der Lage sein, seinen Wachstumskurs fortzusetzen und dafür sei eine Schuldenerleichterung unabdinglich, erklärte er.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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