Wirtschaft

Mehrheit für Absetzung Winterkorns? Porsche-Clan äußert sich nebulös

imago_st_0410_16150007_58882362.jpg339808228199677598.jpg

Sicher ist: Martin Winterkorn (l.) und Ferdinand Piëch (r.) ziehen nicht mehr an einem Strang.

(Foto: imago/IPON)

Ist die Familie Porsche Ferdinand Piëchs Verbündeter beim versuchten Sturz von Volkswagen-Chef Winterkorn? Ein Sprecher der mächtigen Konzern-Miteigentümer klärt die Machtverhältnisse nur unzureichend. Winterkorn selbst gibt sich kämpferisch.

Im Streit um VW-Konzernchef Martin Winterkorn ist die Haltung der Porsche-Familie als Konzern-Miteigentümer unklar. "Die Familie Porsche möchte sich zu den Vorgängen zurzeit nicht äußern", sagte ein Sprecher der "Bild am Sonntag". Und ergänzte: "Am Ende ziehen die Familien bei wichtigen Entscheidungen an einem Strang."

Die Familien Porsche und Piëch halten zusammen die Mehrheit am Volkswagen-Konzern. Unklar ist, ob die Aussage des Sprechers eine Unterstützung Piëchs bedeutet oder lediglich auf Abstimmungsbedarf mit dem Konzernpatriarchen hindeutet.

Bei Europas größtem Autobauer droht ein erbitterter Machtkampf. Ausgelöst hatte ihn Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, in dem er völlig überraschend mit deutlichen Worten von seinem langjährigen Wegbegleiter Winterkorn abgerückt war und eine Nachfolge-Regelung angedeutet hatte.

Winterkorn "wirft Bettel nicht hin"

Dagegen haben sich VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil, beide Mitglieder im VW-Aufsichtsrat, demonstrativ hinter Winterkorn gestellt. Regierungschef Weil betonte, er halte eine öffentliche Diskussion über die Spitzen von VW für schädlich. Er sei "unangenehm überrascht über Herrn Piëch".

Für eine Absetzung Winterkorns bräuchte es die Mehrheit von 11 Stimmen in dem 20-köpfigen Aufsichtsratsgremium. Doch die ist bislang nicht in Sicht, denn neben den zehn Plätzen der Arbeitnehmerseite entfallen bei den Kapitalvertretern zwei Stimmen auf Niedersachsen. Das Land ist nach dem Familienclan Porsche/Piëch größter VW-Eigner.

Winterkorn selbst will nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" nicht klein beigeben. Demnach sei aus seinem Umfeld zu hören gewesen: "So schnell wirft Winterkorn den Bettel nicht hin."

Quelle: n-tv.de, jog/dpa

Mehr zum Thema