Wirtschaft
Video
Freitag, 15. Dezember 2017

E-Sport erobert Deutschland: Profi-Zocker begeistern die Massen

Einige erfolgreiche Bundesligaklubs haben in dem Phänomen E-Sports einen zukunftsträchtigen Markt entdeckt und daraus eine wichtige Marketing-Strategie entwickelt. Der virtuelle Sport ist auch für Zocker äußerst lukrativ geworden.

In Deutschland sind Videospiele schon lange beliebt. Hierzulande greifen 34 Millionen Menschen zumindest gelegentlich zum Controller. Und Immer mehr zocken Computer- und Videospiele unter Wettbewerbsbedingungen. Das Phänomen E-Sports erlebt in Europa und Deutschland einen echten Boom und wird immer professioneller. Strategie-, Shooter- und auch Sportspiele sind besonders populär.

Weltweit begeistert E-Sport Schätzungen zufolge derzeit fast 400 Millionen Menschen - egal ob als Zuschauer in der Halle oder auf Videoportalen wie YouTube oder Twitch. Im vergangenen Jahr wurden mit E-Sport in Deutschland 50 Millionen Euro umgesetzt. In diesem Jahr sollen es 70 Millionen Euro werden. Erwartet wird, dass der Umsatz bis 2020 weiter kontinuierlich steigt -auf dann 130 Millionen Euro.

Betreuung wie im Hochleistungssport

Video

Das Geschäft mit E-Sport ist äußerst lukrativ. Längst ist das auch Bundesliga-Vereinen nicht verborgen geblieben. Während Schalke 04 in der Bundesliga längst etabliert ist, will der Verein jetzt auch im virtuellen Sport angreifen. Lukas Schmandt und Tim Schwartmann zocken beide sehr erfolgreich die Fußballsimulation "Fifa" - sie gehören inzwischen zu den Besten der Welt.

"Meine Familie steht voll hinter mir und unterstützen mich bei dem was ich mache", sagt Schmandt. Ihm sei allerdings auch bewusst, dass er nicht für immer E-Sportler sein kann. Er hat deswegen ein Studium angefangen und für seine Tätigkeit bei Schalke extra ein Urlaubssemester eingelegt. Täglich bis zu fünf Stunden spielen die Jungs am Tag "Fifa". Sie testen Formationen, Spieler und Freistoßvarianten. Analysten und Trainer betreuen die E-Sportler so professionell wie im normalen Hochleistungssport.

E-Sport passt nicht zu BVB-Identität

"Der E-Sport ist eine wichtige Marketing-Strategie des Vereins. Es ist wichtig, dass wir uns nach außen repräsentieren, national und international. Wir wollen Schalke als Verein noch größer und bekannter machen", sagt Schwartmann. Seit über zehn Jahren spielt er das Videospiel. Inzwischen eben nicht mehr nur als Hobby, sondern als Full-Time-Job für den Verein seines Herzens.

Bereits drei Jahre nach Beginn wollte Schalke mit seinem E-Sport-Projekt Geld verdienen. Doch schon nach rund der Hälfte wirtschaftete der Verein erfolgreich. Auch die Konkurrenz registriert wie gut es für den Pionier unter den Bundesliga-Clubs läuft. Borussia Dortmund hingegen verzichtet zum Beispiel auf ein Engagement im digitalen Sport. Es passe nicht zur BVB-Identität. Branchenprimus Bayern München zumindest bleibt in Lauerstellung. Neben Schalke, sind auch Wolfsburg, Stuttgart und Leipzig in dem Business aktiv. Sie werden mit Sicherheit nicht die einzigen bleiben.

Hier gelangen Sie zum n-tv Extra zum Thema E-Sport.

Quelle: n-tv.de