Wirtschaft

Schwimmende Kleinstadt auf Kurs "Quantum of the Seas" sticht in See

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Der Kreuzfahrtschiff-Neubau der Meyer-Werft "Quantum of the Seas" passiert in der Nacht die teilweise demontierte Eisenbahnbrücke in Weener (Niedersachsen).

(Foto: picture alliance / dpa)

348 Meter lang, 41 Meter breit: Bei der ersten Fahrt des neuen Kreuzfahrtriesen "Quantum of the Seas" aus der Papenburger Meyer Werft in die Nordsee ist Zentimeterarbeit gefragt. Rückwärts lautet dabei das Erfolgsrezept auf der schmalen Ems.

Die Meyer Werft in Papenburg hat das bisher größte in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff in die Nordsee gebracht. Die erste Fahrt über die schmale Ems verlief problemlos. Tausende Schaulustige beobachteten es dabei.

Die 348 Meter lange "Quantum of the Seas" wurde im Binnenland bei der Meyer Werft im emsländischen Papenburg gebaut. Für die Fahrt in die rund 40 Kilometer entfernte Nordsee musste die enge Ems aufgestaut werden - Umweltschützer hatten das scharf kritisiert, weil die Wasserqualität des Flusses darunter leide. 

Rückwärts in die Nordsee

Das Schiff startete Montag im Schritttempo, es fuhr rückwärts, weil es sich so besser manövrieren lässt. So passierte es am Dienstag deutlich später als geplant das Ems-Sperrwerk in Gandersum, bevor es über den Dollart die offene See erreichte. 

Das Schiff habe die Fahrt problemlos gemeistert, sagte der Sprecher der Meyer Werft, Peter Hackmann. Nun wird die schwimmende Kleinstadt, die Platz für 4100 Gäste bietet, an den neuen Eigentümer geliefert. Das Schiff ist aktuell der drittgrößte Kreuzfahrtriese der Welt. Er wurde für die US-Reederei Royal Caribbean International gebaut, der Heimathafen der «Quantum of the Seas» wird New York sein.

Um den Standort der Meyer Werft im Binnenland gibt es seit Jahrzehnten Streit. Bisher wurden dort 37 Kreuzfahrtschiffe für Kunden aus aller Welt gebaut. Wegen der Schiffsüberführungen in die Nordsee muss die Ems aber regelmäßig ausgebaggert und aufgestaut werden. Das belastet den Fluss und führt nach Ansicht der Naturschutzverbände zu vielen Umweltproblemen, etwa einem zu hohen Salz- und einem zu geringen Sauerstoffgehalt im Fluss.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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