Wirtschaft

BA präsentiert Auffanglösung Schulabbrecher sollen besser beraten werden

Das Logo der Bundesagentur für Arbeit. Foto: Oliver Berg/Archivbild

Eine bessere Erfassung und Beratung von Schulabbrechern soll laut Detlef Scheele bereits ab September 2021 greifen.

(Foto: Oliver Berg/dpa)

Viele Schulabbrecher rutschen in eine Langzeitarbeitslosigkeit ab. Um das zu verhindern, feilt die Bundesagentur für Arbeit an einer Auffanglösung. BA-Chef Scheele zeigt sich zuversichtlich, dass mit seiner Lösung kein Jugendlicher mehr durch die behördlichen Maschen fallen soll.

Schul- und Ausbildungsabbrecher sollen künftig deutlich besser beraten werden. Der Aufbau einer entsprechenden Auffanglösung steht nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) kurz vor dem Durchbruch. "Da sind wir inzwischen ziemlich weit gekommen", sagte BA-Chef Detlef Scheele. Er gehe davon aus, dass die Erfassung und Beratung von Jugendlichen am Übergang von Schule zu Beruf mit Beginn des Ausbildungsjahrs 2021 greifen werde.

"Der Übergang von der Schule in den Beruf oder eine Ausbildung ist der letzte Punkt, an dem wir sozialstaatlich helfen können", sagte er in einer Halbzeitbilanz seiner fünfjährigen Amtszeit. "Wenn Jugendliche nicht in Ausbildung kommen oder - bei Bedarf - in ausbildungsvorbereitende Maßnahmen, gibt es keine Regel-Institution mehr, mit der sie Kontakt haben. Sie dann wieder zu fassen zu bekommen, ist sehr schwierig." Wer aber vermeiden wolle, dass Jugendliche später in die Langzeitarbeitslosigkeit rutschten, müsse sie frühzeitig erreichen, am besten am Ende ihrer Schulzeit.

Bessere Berufs- und Studienberatung für Schüler

Scheele bemüht sich bereits seit 2011 um eine verbesserte Erfassung der Schulabgänger an der Schwelle zur Ausbildung - zunächst in Hamburg, später im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit. Vor allem Datenschützer haben gegen einen solchen behördenübergreifenden Austausch von Daten Jugendlicher allerdings Bedenken. Scheele sagte, das Bundesarbeitsministerium arbeite an einer Gesetzesregelung. Die Bundesländer seien dabei, ihre Gesetze anzupassen.

Seinen Angaben nach will der BA-Verwaltungsrat im zweiten Halbjahr die für die Programmierung des IT-Systems notwendigen Mittel bereitstellen. "Beim Datenschutz werden wir noch etwas Zeit brauchen, bis wir uns einigen", räumte Scheele ein. Grundsätzlich sei das System aber von allen akzeptiert und gewollt, betonte der Chef der Bundesagentur - zumal es durch einen zweiten Baustein ergänzt werden solle: eine verbesserte Berufs- und Studienberatung für Schüler in Abgangsklassen.

Quelle: ntv.de, vck/dpa