Wirtschaft

Geldregen für Kaeser Siemens-Chef streicht Millionenbonus ein

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Joe Kaeser dürfte mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden sein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Joe Kaeser dürfte in diesem Jahr einer der bestverdienenden Dax-Manager sein. Der Siemens-Boss erhält im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Vergütung von mehr als 14 Millionen Euro - so viel wie nie zuvor. Die hohe Ausschüttung hat einen besonderen Grund.

Siemens-Chef Joe Kaeser hat im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals mehr als 10 Millionen Euro vom Konzern erhalten. Ihm flossen insgesamt 14,25 Millionen Euro zu, ein Plus von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert, wie aus dem veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht.

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Kaeser profitierte dabei allerdings von einem Sondereffekt: Weil 2015 die Haltefrist für Aktienoptionen verkürzt wurde, kamen dieses Jahr die Aktienpakete zweier Jahre zusammen, wie Siemens erklärte. Im Vorjahr rangierte Kaeser mit 9,6 Millionen auf Platz vier unter den Top-Verdienern im Dax. Sein Stellvertreter Roland Busch erhielt 7,3 Millionen Euro. Auch bei ihm kam der Sondereffekt zum Tragen. Insgesamt entlohnte Siemens seine Vorstandsmitglieder mit 33 Millionen Euro. Das sind 4,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Ab dem seit Oktober laufenden Geschäftsjahr 2020 will Siemens die Vergütung seiner Vorstände umstellen, um sie "stärker an der nachhaltigen Unternehmensentwicklung" auszurichten. Die Vorstandsgehälter sollen sich künftig nicht mehr nur am finanziellen Erfolg orientieren. Auch der Umweltschutz, die Entwicklung der Mitarbeiter und die Kundenzufriedenheit sollen künftig in die Bemessung der Boni einfließen. Der Münchner Konzern sieht sich damit als Vorreiter unter den Dax-Unternehmen.

"Unsere neue Vorstandsvergütung macht die langfristige Verantwortung von Siemens nicht nur gegenüber den Aktionären, sondern auch den Kunden, Mitarbeitern und der Gesellschaft deutlich", erklärte Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe. Die Aktionäre sollen am 5. Februar darüber abstimmen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/rts