Wirtschaft

Chat-Dienst platziert Aktien Slack startet mit Milliardenbewertung

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Mitgründer Butterfield besitzt "nur" noch 8,6 Prozent der Slack-Anteile. Um im Zuge des Börsengangs Milliardär zu werden, dürfte es reichen.

(Foto: REUTERS)

An die Spiele, die die Firma einst entwickelte, erinnert sich kaum noch jemand. Der Chat-Dienst, den sie dabei für ihre Mitarbeiter aufbaute, wird heute dagegen von unzähligen Unternehmen rund um den Erdball genutzt. An der Börse soll Slack nun mehr als 15 Milliarden Dollar wert sein.

Der auf unternehmensinterne Nachrichtenübermittlung spezialisierte Dienst Slack wird unmittelbar vor seinem Börsendebüt an der New York Stock Exchange (NYSE) mit rund 15,7 Milliarden Dollar bewertet, enstprechend 26 Dollar je Aktie. Slack wählt für den Gang an die Börse den Weg, den zuvor bereits Spotify gegangen ist, und platziert seine Aktien direkt. Personen, die mit der Sache vertraut sind, gehen davon aus, dass der Aktienkurs deutlich über dem Referenzpreis starten wird.  

Im Gegensatz zu einem traditionellen Börsengang wird Slack keine neuen Aktien an Investoren verkaufen. Stattdessen wird Slack seine Aktien in einem sogenannten Direct Listing anbieten, bei dem das Unternehmen seine bestehenden Aktien an die Börse bringt und den Markt den Preis bestimmen lässt, ohne dass Investmentbanken als sogenannte Underwriter für die Preisgestaltung und die Zuteilung von Aktien an Investoren fungieren. Die ungewöhnliche Form des Börsengangs spart Slack Millionen Dollar, die Banken bei einem traditionellen Börsengang erhalten.

Der Referenzpreis gilt lediglich als eine Art Wegweiser, wo die Aktie starten könnte. Die NYSE habe diesen Preis veröffentlicht, nachdem sie sich die jüngsten Privatmarkttransaktionen in der Aktie angesehen und sich mit den Finanzberatern des Unternehmens beraten habe, hieß es. Ein niedrigerer Referenzpreis habe Vorteile, erklären einige Banker. Denn er könne dazu beitragen, dass die Aktien höher gehandelt werden und die Anleger einen anfänglichen Kurssprung sehen.

Mehrheit gehört Investoren

Slack ging 2009 als Spielefirma namens Tiny Speck an den Start. Später verwarf sie ihr ursprüngliches Geschäftsmodell und konzentrierte sich stattdessen auf eine Messaging-Software, die sie für den internen Gebrauch entwickelt hatte. Die Software war ein Renner bei Mitarbeitern, die eine schnellere Kommunikation über Instant Messaging gegenüber herkömmlichen E-Mails bevorzugen.

Im vergangenen Geschäftsjahr zählte Slack 88.000 zahlende Kunden, gegenüber 59.000 im Vorjahr. Die Zahl größerer Kunden, die mindestens 100.000 Dollar pro Jahr zahlen, wuchs auf 575 von 298.

Die Mitbegründer Stewart Butterfield und Cal Henderson halten einen geringeren Anteil an dem Unternehmen, als es für einige Technologie-Startups typisch ist, die an die Börse gehen. CEO Butterfield hält 8,6 Prozent und Chief Technology Officer Henderson 3,4 Prozent. Drei Risikokapitalgesellschaften, die früh in Slack investiert haben, dürften große Gewinne einfahren. Accel Partners hat durch die Teilnahme an mehreren Slack-Finanzierungsrunden einen bedeutenden Anteil von 24 Prozent aufgebaut. Andreessen Horowitz und Social Capital halten 13 bzw 10 Prozent.

Quelle: n-tv.de, mbo/DJ