Wirtschaft

Einer der reichsten Deutschen Stefan Quandt gilt als der Anti-Musk

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Stefan Quandt liebt Kunst, als Kenner würde er sich jedoch nicht bezeichnen.

(Foto: dpa)

Die Namen Quandt und BMW sind untrennbar miteinander verbunden. Die innerfamiliäre Führungsrolle bei dem Weltkonzern hat einer inne, der das Rampenlicht scheut: Stefan Quandt. Doch der zurückhaltende Milliardär ist ziemlich umtriebig.

Einer breiten Öffentlichkeit dürfte Stefan Quandt kaum bekannt sein. Dabei ist der unprätentiös auftretende Unternehmer, der am 9. Mai seinen 50. Geburtstag feiert, nicht nur BMW-Großaktionär. Der studierte Wirtschaftsingenieur investiert vor allem in industrielle Zukunftstechnologien.

Dem hochgewachsenen, schlanken Unternehmer gehört unter anderem die Photovoltaik-Firma Solarwatt, die er nach der Insolvenz im Jahr 2012 mehrheitlich übernahm. Im vergangenen Jahr stellte das Dresdner Unternehmen auf einer Messe einen Stromspeicher für den Hausgebrauch vor. "So will der Anti-Musk den Energiemarkt aufmischen", titelte das "Manager Magazin" in Anspielung an Tesla-Chef Elon Musk, der bei öffentlichen Auftritten häufig wie ein Superstar bejubelt wird und ebenfalls auf High-Tech-Batterien setzt. Speichertechnologie gilt als wichtiger Baustein für die Energieversorgung der Zukunft aus regenerativen Energien wie Sonne und Wind.

Zu Quandts Beteiligungen gehört auch das Unternehmen Entrust Datacard für digitale Sicherheitstechnologie. Ein Erbe ist die Firma Heel, die homöopathische Präparate herstellt. Nach Schätzungen des US-Wirtschaftsmagazins "Forbes" zählen der begeisterte Fußballspieler und seine Schwester Susanne Klatten zu den reichsten Deutschen. Gemeinsam gehören den beiden rund 47 Prozent der BMW-Aktien.

"Fühle mich wohl in dieser Rolle"

Seit 1999 ist Quandt stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Autokonzerns. "Ich bin froh, dass ich bei BMW innerhalb der Familie die Führungsrolle habe und fühle mich wohl in dieser Rolle", sagte der Unternehmer im vergangenen Jahr der "Zeit". Das Engagement der Familie bei BMW werde "nach dem gemeinsamen Willen aller auf lange Sicht" fortgeführt, kündigte Stefan Quandt bereits 2010 in München im Beisein seiner Schwester und seiner im vergangenen Jahr gestorbenen Mutter Johanna an.

Doch sein Engagement reicht weiter. Quandt ist einer von vier Gründungspartnern der Dependance des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt. Den laufenden Betrieb übernehmen private Geldgeber. Vier Millionen Euro kamen so zusammen. Quandt, der mit seiner Familie in Bad Homburg lebt, interessiert sich vor allem für zeitgenössische Kunst. Er sagt von sich selbst, er sei "Kunstliebhaber, aber kein Kunstkenner".

Quelle: ntv.de, Friederike Marx, dpa