Wirtschaft

Winterspeck abgeschüttelt US-Wachstum lässt Ölpreis emporschnellen

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Im zweiten Quartal legt die US-Wirtschaft kräftig zu.

(Foto: REUTERS)

Es ist inzwischen ein sicheres Ritual: In den USA wird das Wirtschaftswachstum nach oben korrigiert. Vor allem die Verbraucher halten das Rad in Schwung. An den Märkten bleiben die Reaktionen nicht aus. Tatsächlich sind die Daten aber eher gemischt.

Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal viel stärker gewachsen als zunächst angenommen. Die Unternehmen steigerten sowohl ihre Investitionen als auch ihre Lagervorräte und lieferten damit gemischte Signale für die Wachstumsaussichten im Rest des Jahres. Wie das Handelsministerium in berichtete, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf das Jahr hochgerechnet um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal. In der Folge zog der Ölpreis kräftig an: Ein Fass der US-Sorte WTI verteuerte sich in der Spitze um zehn Prozent auf mehr als 42 Dollar. Der Euro fiel dagegen.

Volkswirte hatten nur mit einer Aufwärtsrevision auf 3,3 Prozent gerechnet. In einer ersten Schätzung hatte das Ministerium ein Plus von 2,3 Prozent gemeldet. Zu Jahresbeginn hatte die US-Wirtschaft lediglich um 0,6 Prozent zugelegt, was dem harten Winterwetter und der Dollar-Aufwertung geschuldet war. Verantwortlich für den Aufwärtstrend war ein stärkerer Anstieg der Konsumausgaben: Der private Verbrauch legte um 3,1 Prozent zu, nachdem zunächst ein Zuwachs von 2,9 Prozent ermittelt worden war.

Exporte ziehen an

Der Wachstumsschub im zweiten Quartal fand auf einer breiten Basis statt, angetrieben von Aufwärtsrevisionen bei den Investitionen und Lagerbeständen sowie den Staatsausgaben. Die Importe wurde hingegen nach unten korrigiert. Sie stiegen nur um 2,8 Prozent. Die Ausfuhren indes erhöhten sich um 5,2 Prozent.

Ökonomen rechnen jedoch nicht damit, dass die Firmen ihre Vorratslager weiter aufstocken werden, ein Faktor, der die Wachstumserwartungen für das dritte Quartal dämpft.

Wachstumszahlen werden in den USA auf ein Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. In Europa wird auf diese Hochrechnung auf ein Jahr verzichtet. Die Wachstumsraten sind deshalb geringer und nicht unmittelbar mit amerikanischen Zahlen vergleichbar.

Die robusten Zahlen der US-Wirtschaft könnten laut US-Analysten dazu führen, dass die US-Notenbank Fed eine seit längerem diskutierte Anhebung der Zinsen noch einmal überprüft. Der deutsche Aktienmarkt baute seine Gewinne aus. US-Staatsanleihen gerieten unter Druck.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ/rts/AFP

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