Wirtschaft

Während Trump gegen Migranten hetzt USA droht Arbeitskräftemangel

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US-Unternehmen schufen allein im Juli mehr als 250.000 Jobs. Das von Trump gegründete Taj Mahal nicht. Der Besitzer und Trump-Verbündete Carl Icahn will es schließen und 3000 Mitarbeiter vor die Tür setzen.

(Foto: REUTERS)

Experten sprechen inzwischen vom "größten Problem" des Landes. Sie meinen damit nicht, dass - wie von Donald Trump behauptet - Ausländer US-Jobs stehlen. Selbst Geringqualifizierte werden inzwischen händeringend gesucht.

Eines der am häufigsten und am lautesten wiederholten Wahlversprechen von Donald Trump ist, Tausende Jobs "zurückzuholen", die durch Globalisierung und Freihandel ins Ausland verlagert worden sein. Außerdem will Trump etwa massenweise illegale Migranten abschieben, die den Amerikanern angeblich deren Arbeit wegnehmen. Die meisten Experten halten diese Pläne für ohnehin unrealistisch, politisch falsch und wirtschaftlich katastrophal. Doch selbst wenn Trump tatsächlich, wie behauptet, der "größte Job-schaffende Präsident, den Gott je geschaffen hat," würde: Es stellt sich angesichts der jüngsten Arbeitsmarktstatistiken die Frage: Welche Amerikaner sollen diese Arbeit machen.

Laut den jüngsten Zahlen des Arbeitsministeriums schuf die US-Wirtschaft allein im Juli 255.000 neue Jobs. Die Arbeitslosigkeit liegt weiter bei 4,9 Prozent. Das entspricht laut Ökonomen nicht nur nahezu einer Vollbeschäftigung, es droht sogar ein massiver Arbeitskräftemangel. "Das Jobwachstum bleibt stark, aber verlangsamt sich etwas, da sich die Wirtschaft der Vollbeschäftigung annähert", schreibt Mark Zandi, Chef der Analyseabteilung der Ratingagentur Moody's, in einem Statement zu den neuesten Zahlen. "Unternehmen habe zunehmend Probleme, offene Stellen zu besetzen. Das größte Problem der Nation wird bald das Fehlen von Arbeitskräften sein."

Wal Mart & Co. erhöhen Löhne

Darauf, dass die Suche nach geeigneten Kandidaten immer schwieriger wird, deuten mehrere Indikatoren hin. So ist die Zeit, die für eine Stellenbesetzung in den USA im Durchschnitt benötigt wird von gut 15 Wochen 2010 auf fast 30 Wochen gestiegen. Die Löhne stiegen im Juni und Juli um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitrum, so stark wie seit der Wirtschaftskrise in den Jahren 2008/2009 nicht mehr.

Von dem Boom sind dabei längst nicht mehr nur Hochqualifizierte betroffen. Bereits seit Langem klagen Hightech-Unternehmen, dass ihnen der Nachwuchs fehle. Trump hatte in seiner Rede zu seiner Nominierung auf dem Parteitag der Republikaner argumentiert, dass von US-Präsident Barack Obamas Wirtschaftspolitik hauptsächlich die Finanzwirtschaft profitiere. Er dagegen wolle Jobs auch für die "nicht Beachteten, die Vernachlässigten und die Zurückgelassenen" schaffen.

Doch selbst unter den Geringqualifizierten sind nicht mehr viele ohne Job. Laut den neuesten Zahlen beträgt die Arbeitslosigkeit selbst unter Amerikanern ohne Schulabschluss nur noch 6,3 Prozent. Selbst für einfachste Jobs haben große Arbeitgeber wie Wal Mart und der Einzelhändler Target kürzlich die Löhne deutlich erhöht.

Quelle: n-tv.de

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