Wirtschaft

"Im Hintergrund glühen die Drähte" VW-Hauptversammlung derzeit "undenkbar"

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Die Stimmung an der VW-Spitze ist verdorben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Am 5. Mai soll der VW-Konzern eigentlich zur Hauptversammlung zusammentreten. Angesichts der derzeitigen Stimmung in der Führungsetage des Unternehmens ist das momentan "undenkbar", berichtet ein Insider des Aufsichtsrates.

Im Machtkampf an der Volkswagen-Spitze mühen sich die Aufsichtsräte hinter den Kulissen um einen Ausweg aus der festgefahrenen Situation. In der jetzigen Lage nach dem Bruch des VW-Patriarchen Ferdinand Piëch mit Konzernchef Martin Winterkorn sei die Hauptversammlung am 5. Mai in Hannover "undenkbar", sagte ein Aufsichtsratsinsider.

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Weitere mit der Arbeit des Kontrollgremiums vertraute Personen bestätigten, dass im Hintergrund "die Drähte glühten". Regulär tagt der Aufsichtsrat wieder am 4. Mai. Das "Handelsblatt" berichtete am Dienstag von einem Plan für eine außerplanmäßige Aufsichtsratssitzung. Dafür gab es zunächst keine Bestätigung.

Piëch hatte sich in der vergangenen Woche öffentlich von Winterkorn distanziert. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" sagte er, "ich bin auf Distanz zu Winterkorn". Die völlig überraschende Äußerung spielt auf seine mögliche Nachfolge als Aufsichtsratsvorsitzender an und löste im Umfeld des Konzerns einen Sturm der Entrüstung aus.

"Piëch agiert sehr rational"

Piëch fand mit seiner Aussage bisher keine Unterstützer, im Gegenteil: zahlreiche VW-Verantwortliche solidarisierten sich mit Winterkorn, darunter der einflussreiche Betriebsratschef Bernd Osterloh und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Auch die Familie Porsche, wichtigster Einzelaktionär des Unternehmens, distanzierte sich vond er Aussage.

Der Piëch-Biograf Wolfgang Fürweger sieht in dem Bruch des VW-Patriarchen mit Winterkorn rein fachliche Gründe. "Piëch agiert sehr rational und weniger emotional als manche gerne glauben", sagte der Österreicher. "Persönliche Gründe kann man nicht annehmen." Stattdessen vermutet Fürweger aktuelle Probleme bei der Hausmarke Volkswagen Pkw als Auslöser. "Es ist schon ein bisschen Stillstand eingetreten", sagte er.

Die Kernmarke rund um Golf und Passat kann in den USA nicht mit der Konkurrenz mithalten - was Piëch schon deutlich bemängelte. Außerdem liegt ihr Gewinn gemessen am Umsatz weit hinter den Zielen für 2018.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa