Wirtschaft

"Wir stehen dafür ein" VW kommt für Mehrsteuern auf

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Kunden werden nicht zusätzlich belastet.

(Foto: dpa)

Volkswagen will mögliche Nachzahlungen bei den Kfz-Steuern für die Hunderttausenden Fahrzeuge mit frisierten Angaben zum CO2-Ausstoß selber tragen. Das äußert Konzernchef Müller in einem Brief an die EU-Finanzminister.

Volkswagen will mögliche Nachzahlungen bei den Kfz-Steuern für Hunderttausende Fahrzeuge mit frisierten Angaben zum CO2-Ausstoß selber tragen. "Der Volkswagen Konzern wird dafür einstehen, dass etwaige Mehrsteuern ausgeglichen werden", schrieb Konzernchef Matthias Müller an die 28 Finanzminister der Europäischen Union.

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In der EU könnten früheren Angaben zufolge 800.000 Wagen betroffen sein, in Deutschland 200.000 Fahrzeuge. Müller bittet die Finanzminister, die möglichen Steuernachzahlungen dem Konzern direkt in Rechnung zu stellen, auch wenn das womöglich mit organisatorischem Aufwand verbunden wäre.

Wörtlich heißt es: "Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn auch Sie bereit wären, nötigenfalls durch entsprechende rechtliche oder administrative Vorkehrungen sicherzustellen, dass die zuständigen Steuerbehörden nicht unsere Kunden, sondern Volkswagen direkt mit etwaigen Mehrsteuern belasten." Am Mittwoch hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gefordert, VW sei in der Pflicht, den aus den falschen CO2-Angaben entstandenen Schaden für die Kunden zu beheben.

Mehrsprachiges Beratungszentrum wird eingerichtet

Der VW-Vorstandsvorsitzende geht in dem Schreiben auch auf die Abweichungen ein und warum es lange dauert, konkrete Angaben zu machen: "Eine verlässliche Bewertung der Abweichungen ist aufgrund der Komplexität der Thematik derzeit noch nicht möglich. Volkswagen ist bestrebt, schnellstmöglich eine korrekte Einstufung der CO2-Werte bei den relevanten Fahrzeugen des Volkswagen Konzerns vorzunehmen."

Zudem kündigt Müller in dem Schreiben an: "Für unsere Kunden richten wir in diesen Tagen ein mehrsprachiges Beratungszentrum ein, das rund um die Uhr für alle Anfragen im Zusammenhang mit den Folgen der ermittelten Ungereimtheiten zur Verfügung stehen wird."

Scharfe Kritik aus Kalifornien

Unterdessen übte die Chefin der kalifornischen Umweltbehörde (Carb) scharfe Kritik an der Aufarbeitung der Abgas-Affäre durch VW. Der Konzern habe "das Ausmaß des angerichteten Schadens" noch gar nicht erkannt, sagte Mary Nichols der "Wirtschaftswoche". Anstatt echte Lösungen für das Emissionsproblem zu präsentieren, gehe es dem Autohersteller mit der Rücklagenbildung und den internen Untersuchungen in erster Linie darum, "sich den Aktionären gegenüber gut darzustellen", sagte die Chefin der Behörde, die die Affäre gemeinsam mit der US-Bundesbehörde EPA aufgedeckt hatte.

Für die Carb sei wichtig, dass VW die mit dem Abgasausstoß verbundene Umwelt- und Gesundheitsschäden erkenne. Stickoxide aus Pkw seien in Kalifornien "Hauptursache für Feinstaub- und Ozonbelastung", und jedes zusätzliche Gramm davon vergrößere die Gesundheitsbelastung der Bürger, sagte Nichols weiter. VW habe dies "in keiner Weise anerkannt".

Die VW-Aktionäre warnte Nichols, dass die Strafe für das Unternehmen sehr hoch ausfallen und durch Verbraucherklagen flankiert werden könnte. Es handele sich um "den größten unmittelbaren Verstoß gegen Gesetze", den sie jemals aufgedeckt habe.

Quelle: ntv.de, wne/dpa/AFP

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