Wirtschaft

Wegen Luftverschmutzung in USA VW muss weitere Millionenstrafe zahlen

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Die Umweltbehörde im US-Bundesstaat Washington sagt, dass VW mit seinen Abgasen die Gesundheit der Menschen gefährdet hat.

(Foto: AP)

Die Abgas-Affäre kommt Volkswagen noch teurer zu stehen. Der Autobauer muss in den USA auch wegen Umweltverschmutzung Strafe zahlen. Der Bundesstaat Washington verhängt eine Strafe. Es dürfte nicht die letzte sein.

Volkswagen muss in den USA eine weitere Millionenstrafe zahlen. Das Umweltamt des Bundesstaates Washington verhängte im Zusammenhang mit dem Diesel-Abgasskandal eine Strafe in Höhe von 176 Millionen US-Dollar, umgerechnet knapp 159 Millionen Euro. Volkswagen hat jetzt 30 Tage Zeit, die Strafe anzufechten.

VW Vorzüge
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"Volkswagen hat mit seinen Handlungen gegen die Luftreinhaltungsgesetze unseres Bundesstaates verstoßen und die Gesundheit der Menschen gefährdet", so Maia Bellon, die Leiterin der Umweltbehörde in Olympia. Das Unternehmen habe eine Software eingesetzt, die bei Abgastests die Werte herabgesetzt habe, im Fahrbetrieb aber den Ausstoß deutlich höherer schädlicher Stickoxide zugelassen habe.

Die Strafe betrifft mehr als 21.000 Zwei- und Drei-Liter Diesel-Motoren in Modellen der Marken VW, Audi und Porsche. Nach Angaben der Umweltbehörde wurde die Strafe anhand der Zahl der manipulierten Autos berechnet. "Es ist bedauerlich, dass ein paar Staaten entschieden haben, jetzt Umweltschutzklagen zu erheben, ungeachtet ihrer früheren Unterstützung des laufenden gemeinschaftlichen Verfahrens der Staaten", sagte ein VW-Konzernsprecher.

Erst Ende Juni hatte sich Volkswagen in einem Sammelverfahren mit Hunderten von US-Klägern und amerikanischen Regulierungsbehörden auf einen Vergleich geeinigt. Nach dem Übereinkommen soll Volkswagen rund 14,7 Milliarden Dollar aufwenden, um die betroffenen Kunden und die Allgemeinheit in den USA für die Manipulationen von Abgaswerten zu entschädigen. Bestandteil des Vergleichs sind Fahrzeuge mit Zwei-Liter-TDI-Motoren, ein zweites Vergleichsverfahren für die Drei-Liter-Motoren läuft noch.

Ebenfalls Ende Juni hatte sich Volkswagen mit 44 Bundesstaaten, dem Regierungsdistrikt Washington D.C. und Puerto Rico auf eine Strafzahlung von 603 Millionen US-Dollar geeinigt. Einige Bundesstaaten, darunter New York und Massachusetts, kündigten aber weitergehende Untersuchungen an. Volkswagen hat nach jüngsten Angaben inzwischen Rückstellungen in Höhe von 17,8 Milliarden Euro für die Aufarbeitung des Dieselskandals in den USA gebildet.

Quelle: ntv.de, hul/DJ/dpa