Wirtschaft

Dieselskandal belastet Wolfsburg VW warnt vor "schwierigstem Jahr"

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In den USA hat VW eine halbe Million Kunden entschädigt.

(Foto: REUTERS)

Der Dieselskandal hat Volkswagen bislang rund 28 Milliarden Euro gekostet. Und noch immer sind Dutzende Verfahren gegen die Wolfsburger anhängig. Ein Grund für Rechtsvorständin Werner, eine Warnung auszusprechen.

Wegen der Aufarbeitung des Dieselskandals sieht Volkswagen-Rechtsvorständin Hiltrud Werner das "schwierigste Jahr aller Zeiten" auf den Autobauer zukommen. "Wir haben noch Verfahren in 50 Ländern", sagte Werner der "Financial Times". Es sei nicht so sehr die Höhe der möglichen Strafzahlungen, die Sorgen bereiteten, sondern die schiere Komplexität aller Prozesse. "Das ermüdet unserer Arbeitskraft", ergänzte Werner. VW werde nicht binnen einer Woche aus den schlechten Nachrichten herauskommen. Bisher hat der Dieselskandal um mit Abschalteinrichtungen manipulierte Motoren den Konzern rund 28 Milliarden Euro gekostet.

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Anders als in Europa haben die Wolfsburger in den USA eine halbe Million Kunden entschädigt. Insgesamt haben VW und seine Konzernmarken bei elf Millionen Autos betrogen. In Deutschland läuft vor dem Oberlandesgericht in Braunschweig das Musterverfahren der VW- und Porsche-Aktionäre gegen das Unternehmen. Sie beklagen, zu spät über die Diesel-Affäre informiert worden zu sein.

In Großbritannien bereiten Anwälte außerdem eine weitere Sammelklage vor, der sich getäuschte Autobesitzer von Australien bis Brasilien anschließen sollen. Eigentlich ist der Vorstand voll durch die Umwälzungen der Autobranche hin zu Elektromotoren und selbstfahrenden Autos gefordert.

Kein "Zukunftspakt II"

Indes wird es bei dem Dax-Konzern nach Einschätzung von Personalvorstand Gunnar Kilian keine Fortsetzung des "Zukunftspakt" genannten Sparprogramms geben. "Aber auch nach dem Abschluss dieses Programms müssen wir weiter intensiv an unserer Effizienz und Produktivität arbeiten", sagte der Manager.

"Es wird zwar keinen 'Zukunftspakt II' geben. Aber wir stehen im harten Wettbewerb nicht mehr nur mit anderen Automobilherstellern, sondern ebenso mit Unternehmen der IT- und Software-Branche." Der amerikanische VW-Rivale GM hatte angekündigt, die heimische Produktion zu drosseln und daher Personal entlassen sowie einige Fertigungsstätten dichtmachen zu wollen. Der Abbau könnte laut US-Medien bis zu 15.000 Mitarbeiter betreffen.

"Auch bei Volkswagen werden wir für die Produktion eines Elektroautos weniger Zeit benötigen als für den Bau eines Auto mit klassischem Antrieb", sagte Kilian weiter. Er machte klar, dass in den nächsten Jahren "ohnehin viele Beschäftigte der geburtenstarken Jahrgänge" aus dem Arbeitsleben ausscheiden. "Das bietet uns die Möglichkeit, frei werdende Stellen nicht neu zu besetzen. Zudem bieten wir Altersteilzeit an." So könnten die Beschäftigung gesichert und zugleich die Produktivität gesteigert werden.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ/dpa

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