Wirtschaft

USA ermahnen Athen Varoufakis und Schäuble rüsten etwas ab

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Das gute Beispiel: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (l) und seine portugiesische Amtskollegin Maria Luis Albuquerque in Berlin.

(Foto: picture alliance / dpa)

In wenigen Stunden wird Athen um neue Hilfen bei der Eurogruppe vorsprechen. Derweil schlagen die Finanzminister Griechenlands und Deutschlands versöhnlichere Töne an. Doch Schäuble holt sich für seine Position nochmals Hilfe.

Während die Eurogruppe weiter auf einen neuen Antrag Athens auf weitere Hilfen wartet, verbreitet Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis Zuversicht. "Tag für Tag, Stunde um Stunde kommen wir uns näher", sagte er im griechischen Fernsehen. "Optimistisch" zeigte sich auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. "Seien Sie entspannt, wir werden es schaffen - wir haben die Eurokrise überstanden." Zugleich aber warnte er, Vertrauen zu zerstören und damit Europa zu gefährden. "Wenn wir gegenseitiges Vertrauen zerstören, zerstören wir Europa."

Weiter sagte Schäuble: "Wir sind sehr großzügig gewesen." Mit Blick auf die Verhandlungen in den kommenden Tagen zur Lösung des Streits mit Griechenland fügte der CDU-Politiker an. "Wir werden unser Bestes tun bei dem, was zu tun ist". Er ergänzte: "Wir müssen daran denken, dass wir eine große Verantwortung haben, nämlich Europa stabil zu halten.

Schäuble: Rettungsschirm hilft

Varoufakis zufolge tagt am morgigen Donnerstag die Arbeitsgruppe der Eurogruppe. Athen werde ein Dokument vorlegen, das sowohl Griechenlands als auch die Wünsche von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem erfülle. Am Freitag werde dann die Eurogruppe in einer Telekonferenz tagen, sagte Varoufakis. Die Bitte seines Landes sei so formuliert worden, dass "sie die griechische Seite und den Präsidenten der Euro-Gruppe zufriedenstellen wird". Diese wird von Jeroen Dijsselbloem angeführt.

Schäuble nutzte die zuletzt hektischen Stunden und verwies ausdrücklich auf den Erfolg Portugals und anderer Länder, die Hilfsprogramme in Anspruch genommen haben. Die Entwicklung Portugals sei "ein Beweis" für den Erfolg der europäischen Bemühungen, die Eurokrise zu überwinden. "Dieses Rettungsprogramm hat funktioniert."

Portugal und andere Euro-Staaten, die unter dem Rettungsschirm gewesen seien, stünden heute besser da. "Das ist eine Tatsache", sagte Schäuble, "trotz aller Diskussionen, die wir gestern, heute und morgen wieder mit einem anderen Mitgliedstaat haben werden". Die Länder, die unter dem Rettungsschirm gewesen seien, hätten bei Strukturreformen besonders gut abgeschnitten.

USA ermahnen Varoufakis

Portugals Finanzministerin Maria Luis Albuquerque verwies auf die inzwischen bessere Lage in ihrem Land. "Die Einhaltung des Anpassungsprogramms war grundlegend für diesen Prozess und hat dafür gesorgt, dass wieder Glaubwürdigkeit hergestellt werden konnte", hob sie hervor. Portugal sei innerhalb von vier Jahren "von praktischer Zahlungsunfähigkeit zu Stabilität" gelangt.

Derweil drängen auch die USA das von der Pleite bedrohte Griechenland zu einer Einigung mit der Eurogruppe und dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Botschaft sei der Regierung in Athen in einem Telefongespräch zwischen US-Finanzminister Jack Lew und dem griechischen Kollegen Yanis Varoufakis übermittelt worden, sagte ein US-Vertreter.

Lew habe Griechenland aufgefordert, einen konstruktiven Weg in seiner Partnerschaft mit Europa und dem IWF einzuschlagen. Die USA wollten auch weiterhin auf alle Gesprächspartner Druck ausüben, konkrete Fortschritte zu erzielen, da die derzeitige Ungewissheit

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/rts/DJ

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