Wirtschaft

Steuerzahler soll einspringen Versicherte schulden Kassen Milliarden

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Vor allem von den Selbständigen Kassenmitgliedern können viele die Beiträge nicht zahlen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit 2009 besteht in Deutschland die allgemeine Krankenversicherungspflicht. Doch längst nicht alle, die sich versichern müssen, können ihre Beiträge auch bezahlen. Bislang bleiben die Kassen meist auf den Kosten sitzen.

Versicherte schulden den gesetzlichen Krankenkassen immer mehr Geld: Die Beitragsschulden besonders von freiwillig Versicherten summierten sich zuletzt auf 4,48 Milliarden Euro - gut 1,2 Milliarden mehr als noch Anfang 2015. Das geht aus einer Übersicht des Spitzenverbands der Krankenkassen hervor. 2011 hatten die Schulden insgesamt noch gut eine Milliarde Euro betragen.

Die Ursachen für die Beitragsrückstände sind nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes vielfältig: Verbraucherinsolvenzen, finanzielle Instabilität bei freiwillig versicherten Selbstständigen oder Zahlungsunfähigkeit bei weitgehend fehlendem Einkommen.

Die Chancen für die Kassen, das Geld zu bekommen, sind oft gering: "Bei Mitgliedern, die nicht in der Lage sind, den notwendigen Lebensunterhalt einschließlich der Aufwendungen für die Krankenversicherung aus eigenen Kräften und Mitteln zu bestreiten, sind die Instrumente zur Durchsetzung des Beitragsanspruchs weitgehend wirkungslos", heißt es in dem entsprechenden GKV-Papier.

Deshalb fordert der Spitzenverband, der Staat müsse mit Steuergeld helfen. "Wenn es eine staatliche Versicherungspflicht gibt, bräuchte es auch eine staatliche Finanzierung der Beitragsausfälle bei den Kassen", sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte der "Rheinischen Post", man beobachte die Entwicklung der Rückstände "aufmerksam".

Quelle: ntv.de, mbo/dpa

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