Wirtschaft

734 Millionen geboten Wird Commerzbank-Turm südkoreanisch?

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Der Commerzbank Tower misst 257 Meter und wäre den Bietern aus Südkorea offenbar 734 Millionen Euro wert.

(Foto: picture alliance / dpa)

In einen der größten Immobiliendeals in Frankfurt kommt offenbar Bewegung. Der Commerzbank-Turm in der Innenstadt gehört möglicherweise bald einem Konsortium aus Südkorea.

Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap könnte Deutschland höchstes Bürogebäude, der Commerzbank-Turm, schon bald den Asiaten gehören. Ein Konsortium um die südkoreanische Samsung Life Insurance sei als bevorzugter Bieter für das 257 Meter hohe Gebäude ausgewählt worden, berichtet Yonhap und beruft sich dabei auf Branchenkreise. Offenbar geht es um einen Preis von rund 900 Milliarden Won (734 Millionen Euro). Ein Sprecher von Samsung Life wollte sich dazu bislang nicht äußern.

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Dass die Zentrale von Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus bald den Besitzer wechseln wird, ist in der Branche schon länger bekannt. Zunächst war von einem Preis von 600 bis 650 Millionen Euro die Rede gewesen. Der mit der markanten Antenne versehene Turm gehört zwei geschlossenen Fonds der Commerzbank-Tochter Commerz Real, die im kommenden Jahr auslaufen. Zusammen mit dem Beratungshaus JLL werden deshalb schon Optionen ausgelotet, wie sich das Hochhaus am besten vermarkten lässt.

Entweder verkaufen die Fonds direkt an einen externen Bieter wie Samsung. Die Commerzbank hat aber ein Vorkaufsrecht, von dem sie Gebrauch machen könnte - um die Immobilie dann selbst zu versilbern. Darüber sei noch nicht entschieden, sagte ein zweiter Insider. Die Commerz Real war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Commerzbank bleibt Mieter

Fest steht, dass die Commerzbank Mieter in ihrem Stammsitz bleiben wird. Gerade das macht die Immobilie so attraktiv. Der Käufer kann verlässlich mit langfristigen Mieteinnahmen rechnen. Die Commerzbank hat seit ihrer Rettung in der Finanzkrise den Staat im Rücken, ein Zahlungsausfall ist also unwahrscheinlich.

Vor allem finanzstarke institutionelle Investoren wie große Lebensversicherer sind im Niedrigzinsumfeld auf der Suche nach Anlage-Objekten in Bestlagen. Immobilienexperten erwarten, dass die Preise in Frankfurt in den nächsten Jahren dank des Brexit-Votums weiter steigen und London umgekehrt an Attraktivität einbüßt.

Quelle: ntv.de, kpi/rts