Kommentare

Steigende Energiepreise Mit Gasumlage ist besser als ohne Gasumlage

308946008.jpg

Gazprom hat die Lieferung von Gas durch die Ostseepipeline Nord Straeam 1 stark gedrosselt.

(Foto: picture alliance / Ulrich Baumgarten)

Wer Gas verbraucht, muss dafür bald mehr Geld bezahlen als bisher. Genau deshalb ist die Gasumlage eine gute Idee.

Die Gasumlage kommt. Das ist keine gute Nachricht für Verbraucher. Sie müssen sich auf deutlich höhere Kosten einstellen. Aus diesem Grunde ist es richtig, die Umlage einzuführen.

Höhere Kosten sind ein ganz starker Anreiz, zu sparen. Und Deutschland muss den Gasverbrauch dringend reduzieren. Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller zufolge müssen hierzulande 20 Prozent Gas eingespart werden, um gut über den Herbst und Winter zu kommen. Dazu wird die Gasumlage beitragen.

Die Gaspreise sind wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine und der Drosselung der russischen Gaslieferungen nach Deutschland in die Höhe geschossen. Einige Versorger bringt das in Schieflage - allen voran Uniper, bei dem der Staat einsteigen musste.

Die Versorger müssen für die Lieferausfälle kurzfristig teuren Ersatz einkaufen und durften diese enorm gestiegenen Beschaffungskosten bisher nicht an ihre Kunden weitergeben. Mit der Gasumlage soll ihnen ermöglicht werden, zumindest einen Teil der höheren Kosten auf die Kunden abzuwälzen.

Es gibt gute Argumente gegen die Umlage. Es ist ungerecht, dass Gas-Verbraucher nun dazu beitragen, Versorgern zu helfen. Aber es ist wichtig, dass der Staat die Lenkungsfunktion von Preisen nicht völlig außer Kraft setzt. Das zeigt etwa ein Blick nach Ungarn: Dort hat ein Preisdeckel der Regierung dazu geführt, dass das Benzin stellenweise knapp wurde. Der künstlich niedrig gehaltene Preis führte dazu, dass der Benzinverbrauch nicht sank, sondern stieg.

Hinzu kommt: Für viele dürfte die angekündigte Gasumlage zu stemmen sein. Haushalte und Industrie müssen ab Oktober zusätzlich rund 2,4 Cent pro Kilowattstunde zahlen. Für einen vierköpfigen Durchschnittshaushalt ist das eine Zusatzbelastung von rund 480 Euro im Jahr - ohne Mehrwertsteuer.

Viele werden die Zusatz-Belastung allerdings gar nicht oder nur mit großer Mühe tragen können. Ihnen muss geholfen werden - zielgerichtet und nicht nach dem Gießkannenprinzip wie beim Neun-Euro-Ticket oder beim Tankrabatt. Nicht jeder braucht Hilfe. Der Staat kann nicht alle Härten abfedern. Er kann aber diejenigen entlasten, die das nötig haben. Und genau das muss die Bundesregierung angesichts der rasant gestiegenen Energiepreise machen.

Vor diesem Hintergrund wäre es sinnvoll, Mehrwertsteuer auf die Gasumlage zu erheben. Selbstverständlich müssen die Einnahmen im Gegenzug verwendet werden, um niedrige und mittlere Einkommen zu entlasten. Sozial fair ist es, wenn die Folgen der hohen Gaspreise vor allem von den Besserverdienern getragen werden, die sich das leisten können. Ökonomisch klug ist es, den Preisen ihre Lenkungsfunktion zu lassen.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen