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Dax-Vorschau Börsianer hoffen auf Karlsruhe

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Die Roben liegen bereit.

(Foto: picture alliance / dpa)

Diese Woche ist es so weit: Die Verfassungsrichter in Karsruhe fällen ihr Urteil zu Fiskalpakt und Euro-Rettungsfonds ESM. Geben sie grünes Licht, ist der Weg für Programme zur Stützung einzelner Länder unter Beteiligung EZB frei. Die Finanzmärkte hoffen stark auf den Geldsegen.

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Nach dem Entscheid ist vor dem Entscheid: Das Rettungsfonds-Urteil der Verfassungsrichter in Karlsruhe könnte dem von der EZB ohnehin schon befeuerten Aktienmarkt in der kommenden Woche zusätzlichen Schwung verleihen.

Am Freitag hat die neue Kauflust der Anleger den Leitindex bis auf 7236 Zähler und damit den höchsten Stand seit Ende Juli 2011 befördert. Auf Wochensicht ergibt das ein Plus von knapp vier Prozent.

Am Mittwoch steht das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zur Rechtmäßigkeit des Rettungsfonds ESM an. Nachdem die Draghis langer Tag , ist nun auch der Blick gen Karlsruhe optimistisch. Deutsche Verfassungsrechtler gehen einhellig davon aus, dass die Richter grünes Licht für die deutsche Beteiligung am dauerhaften Euro-Rettungsschirm geben werden. "Wir glauben, dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass die Richter gegen den ESM entscheiden werden", schrieben auch die Volkswirtschaftler der Credit Suisse. "Die Entscheidung wird den Weg dafür bereiten, dass der ESM ab Oktober einsatzfähig ist."

Vorschläge zur Bankenaufsicht erwartet

Der 12. September ist nicht nur für den ESM ein wichtiger Termin. Am Mittwoch will nämlich auch die Europäische Kommission ihre Vorschläge für eine Merkel und Rajoy ganz einig vorlegen. Kommission und Bundesregierung streiten über die Ausgestaltung und die Zuständigkeiten einer europäischen Bankenaufsicht. So will EU-Binnenmarkt-Kommissar Michel Barnier alle 6000 Banken in der Euro-Zone von der EZB überwachen lassen. EZB soll alle Banken kontrollieren .

Ebenfalls im Auge behalten werden Investoren die Parlamentswahl in den Niederlanden. Die Stimmung im Land scheint sich zuletzt gewendet zu haben. Beobachtern zufolge deutet inzwischen vieles darauf hin, dass nach der Wahl am 12. September eine entschlossen pro-europäische Regierung das Land führen könnte. Die Niederlande haben als fünftgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone ein entscheidendes Wort bei der Kursbestimmung in der Schuldenkrise mitzureden. Die bisherige Regierung ist einer der engsten Verbündeten Deutschlands bei den Sparbemühungen.

Fed wartet vorausscihtlich ab

Mit Spannung blicken Anleger zudem gen USA, wo Fed-Chef Ben Bernanke am Donnerstag die Geldpolitik seiner Notenbank erläutern will. In den vergangenen Wochen war heftig darüber spekuliert worden, ob Bernanke ein drittes Anleihe-Ankaufprogramm (QE3) zur Ankurbelung der schwächelnden Konjunktur ankündigen wird. Einer Umfrage zufolge schätzen Ökonomen die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schrittes auf 45 Prozent. "Die Erwartungen gehen in die Richtung eines neuen QE3-Programms, obwohl die Äußerungen von Bernanke in Jackson Hole nicht eindeutig waren und es weiterhin viele Kritiker dieser Idee gibt", schrieb die HSH Nordbank. Ein unerwartet schwacher US-Arbeitsmarktbericht für den August fachte am Freitag die Spekulationen neu an.

Deutsche Bank stellt Strategie vor

Auf Unternehmensseite stehen nur wenige Termine auf der Agenda. Ab Dienstag wollen Anshu Jain und Jürgen Fitschen bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt als neues Führungsduo ihre Strategie für die Deutsche Bank erläutern. Börsianer erwarten unter anderem detaillierte Aussagen zum geplanten Stellenabbau und zur Zukunft des Sorgenkindes Investmentbanking. Einige erhoffen sich zudem die Ausgabe eines Gewinnziels.

Quelle: n-tv.de, rts

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