Marktberichte

Uneinheitliche Wall Street Die Fed, der Handelsstreit und die Anleger

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Keine Zinssenkung mehr in diesem Jahr? Das Thema bleibt weiter in der Wall-Street-Diskussion.

(Foto: REUTERS)

Stockende Handelsgespräche, ein Streamingdienst-Start nach Maß und das immerwährende Zinsthema beschäftigen die US-Anleger zur Wochenmitte. Was am Ende bleibt, ist richtungslos.

Die US-Börsen haben am Mittwoch uneinheitlich geschlossen. Gestützt wurde die Wall Street von einer Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell. Zweifel an einem baldigen Handelsdeal mit China begrenzten allerdings die Kursaufschläge.

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 3.139,00

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,3 Prozent höher auf 27.783 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 verbesserte sich um 0,1 Prozent auf 3094 Zähler. Der Nasdaq Composite verringerte sich dagegen um 0,1 Prozent auf 8482 Punkte. Dow und S&P markierten jeweils neue Höchststände. In Frankfurt gab der Dax 0,4 Prozent auf 13.230 Punkte ab. Der Eurostoxx50 verlor 0,3 Prozent auf 3699 Zähler.

Trotz des anhaltenden Zollkonflikts peilt die US-Notenbank Fed vorerst keine weiteren Zinssenkungen an. Die Aussichten für die Wirtschaft blieben grundsätzlich "günstig", sagte Fed-Chef Powell bei einer Anhörung vor einem Kongressausschuss. Zugleich bekräftigte er, die geldpolitische Haltung werde "wahrscheinlich angemessen bleiben". Dies gilt als Zeichen an Investoren und Politik, dass die Notenbank vorerst die Füße stillhalten will.

Kaffee, Chips und Handelsgespräche

Anleger beschäftigte zudem ein Medienbericht, wonach die Handelsgespräche zwischen den USA und China ins Stocken geraten sein sollen. Streitpunkt sei eine Vereinbarung zum Kauf landwirtschaftlicher Produkte, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen. Die Volksrepublik lehne eine Übereinkunft ab, die aus ihrer Sicht einseitig zum Vorteil der USA wäre.

Papiere der Chiphersteller Nvidia, Micron und Intel, die stark vom Asien-Geschäft abhängen, gaben um bis zu 1,3 Prozent nach.

Ein versechsfachter Umsatz und ein überraschend niedriger Verlust ermunterte dagegen Anleger zum Einstieg bei Luckin Coffee. Die in den USA notierten Aktien des chinesischen Starbucks-Rivalen gewannen 13,1 Prozent.

Disney-Aktie im Streaming-Wahn

Die Anteilsscheine von Alibaba ließen 2,4 Prozent an Federn. Der chinesische Amazon-Konkurrent hat seinen seit Monaten angepeilten Zweit-Börsengang in Hongkong auf den Weg gebracht. Die Aktie solle ab dem 26. November in der von Protesten erschütterten Finanzmetropole gehandelt werden, heißt es in Unterlagen für den Börsengang, die Reuters vorlagen. Mit erwarteten Einnahmen von bis zu 13,4 Milliarden Dollar wäre es die weltweit größte Zweitnotierung über Ländergrenzen hinweg.

Gefragt waren die Anteilsscheine von Walt Disney mit einem Kurssprung von 7,3 Prozent. Der Unterhaltungskonzern hatte zuvor mitgeteilt, dass es für seinen neuen Streamingdienst bereits mehr als zehn Millionen Anmeldungen gebe.

Quelle: n-tv.de, bad/rts