Marktberichte

Märkte rauschen wieder herunter Es geht weiter abwärts

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(Foto: AP)

Der US-Aktienhandel hatte nach dem Coronavirus bedingten Absturz mehrere Tage, an denen es wieder steil nach oben ging. Dieser gehörte nicht dazu. Das Minus ist selbst für Corona-Zeiten beachtlich. Besonders traf es die HP-Aktie.

Aus Furcht vor einer Verschärfung der Coronavirus-Krise sind Anleger erneut aus dem US-Aktienmarkt geflohen. Der Dow Jones der Standardwerte schloss 4,4 Prozent tiefer auf 20.943 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 4,4 Prozent auf 7360 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 4,4 Prozent auf 2470 Punkte ein. Damit setzten sie ihre Talfahrt der vergangenen Monate fort, die beiden das schwärzeste erste Quartal ihrer Geschichte eingebrockt hatte. "Die Warnung von US-Präsident Donald Trump vor anstehenden fürchterlichen Wochen und bis zu 240.000 Toten in den kommenden Monaten drückt die Stimmung am Markt", sagte Anlagestratege Kit Juckes von der Bank Societe Generale.

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Trump ermahnte außerdem die Bevölkerung, die Beschränkungen des öffentlichen Lebens für weitere 30 Tage streng zu befolgen. "Die wirtschaftlichen Folgen des Erregers Covid-19 sind so drastisch wie unvorhersagbar", sagte Nigel Green, Gründer und Chef des Anlageberaters deVere. "Aber deutlicher Abschwung ist - unglücklicherweise - fast unausweichlich." Vor diesem Hintergrund suchten einige Investoren Zuflucht im "sicheren Hafen" Staatsanleihen. Zu den größten Verlierern am US-Aktienmarkt zählten Casino-Betreiber wie MGM, Wynn oder Las Vegas Sands mit Kursverlusten von bis zu zehn Prozent.

Der Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau zufolge brachen die Glücksspiel-Umsätze im weltgrößten Zocker-Paradies um fast 80 Prozent ein. Angesichts verschärfter Quarantäne-Bestimmungen für Zugereiste müsse in den kommenden Wochen mit weiter fallenden Einnahmen gerechnet werden, schrieb Analyst Andrew Lee von der Investmentbank Jefferies.

"Die Liebe ist nicht in der Rezession"

Die Titel von HP fielen um rund 14 Prozent. Der Drucker-Hersteller Xerox zieht wegen der Virus-Krise seine 35 Milliarden Dollar schwere feindliche Übernahme-Offerte für den Computerkonzern zurück. Er gehe allerdings davon aus, dass die beiden Firmen über einen Zusammenschluss verhandeln werden, schrieb Analyst Mark Cash vom Research-Haus Morningstar. Dieser Schritt biete angesichts eines schrumpfenden PC-Markes viele Vorteile. Xerox-Papiere gaben sieben Prozent nach.

Die Zuneigung der Anleger schwand auch für Match. Die Papiere verbilligten sich um 6,7 Prozent. Der Macher der Dating-App "Tinder" stellte für das erste Quartal ein Ergebnis am unteren Ende der Erwartungen in Aussicht. Wegen der Virus-Krise werde zudem ein Umsatz-Anstieg im zweiten Quartal schwierig. Die Aussagen seien aber nicht so schlimm wie befürchtet, schrieb Analyst Brent Thill von der Investmentbank Jefferies. "Die Liebe ist nicht in der Rezession."

Die Auswirkungen der Corona-Krise ließen den Quartalsabsatz der Autohersteller General Motors (GM) und Fiat Chrysler in den USA einbrechen. GM lieferte in den ersten drei Monaten 618.335 Autos auf dem Heimatmarkt aus, rund sieben Prozent weniger als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr verkaufte Fiat Chrysler zehn Prozent weniger Autos, wie das Unternehmen mitteilte. Fiat-Aktien fielen um rund fünf Prozent. Für die Anteilsscheine von GM ging es um mehr als sieben Prozent an der Wall Street bergab.

Quelle: ntv.de, vpe/rts