Marktberichte

Kaum Reaktionen, dennoch Rekorde Nahende Weihnacht macht Indizes träge

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Die US-Börsen lassen es weihnachtlich gemütlich angehen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Kurz vor Weihnachten schließen die Investoren langsam ihre Bücher. Der erwartete Umsatzrückgang dämpft die freudige Stimmung an den US-Börsen. Dennoch setzt die Wall Street ihre Rekordjagd der Woche fort.

Die Rekordjagd an der Wall Street hat sich auch zum Wochenausklang fortgesetzt. Direkt nach der Handelseröffnung kletterten Dow-Jones-Index, S&P-500 sowie Nasdaq-Composite auf neue Rekordhochs. Ursächlich dafür dürfte aber vor allem der große Verfall gewesen sein, denn unmittelbar nachdem der Dow das neue Allzeithoch erreicht hatte, kam er auch schon wieder deutlicher von diesem Niveau zurück.

Ansonsten waren neue Impulse Mangelware. Mit den näherrückenden Weihnachtstagen und dem nahenden Ende des Jahres schlössen die Investoren langsam ihre Bücher, so ein Marktteilnehmer. Dies dürfte zu einem deutlicheren Umsatzrückgang führen. Neue US-Konjunkturdaten verpufften, auch wenn sie im Rahmen der Erwartungen oder sogar leicht darüber lagen. Bereits am Vortag hatte ein überraschend schwacher Philadelphia-Fed-Index keine Reaktion am Markt hervorgerufen.

S&P 500
S&P 500 3.346,45

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,3 Prozent auf 28.455 Punkte. Das neue Rekordhoch lag bei 28.609 Punkten. Für den S&P-500 ging es um 0,5 Prozent nach oben, der Nasdaq-Composite gewann 0,4 Prozent. Kursgewinne verzeichneten 1.736 Aktien, während 1.207 Verlierer gesehen wurden und 84 Titel unverändert schlossen.

Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal um 2,1 Prozent gewachsen, wie aus der dritten Veröffentlichung der Daten hervorgeht. Damit wurden sowohl die zweite Schätzung als auch die Markterwartung bestätigt. Die Konsumausgaben, die mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen, erhöhten sich mit einer Jahresrate von 3,2 Prozent, nach einem Plus von zunächst 2,9 Prozent.

Ermutigende Signale kamen diesbezüglich auch von den persönlichen Ausgaben. Diese stiegen im November auf Monatssicht wie erwartet um 0,4 Prozent. Für Oktober wurde das Plus von 0,3 Prozent bestätigt. Die Einkommen der US-Bürger erhöhten sich im vergangenen Monat um 0,5 Prozent, während Volkswirte den Anstieg nur auf 0,3 Prozent geschätzt hatten.

Nike verzeichnen nach guten Zahlen Gewinnmitnahmen

Bei den Einzelwerten stand die Nike-Aktie im Fokus, nachdem das Unternehmen nach Handelsende am Donnerstag Quartalsergebnisse bekannt gegeben hatte. Der Sportartikelhersteller steigerte in seinem zweiten Quartal Umsatz und Gewinn kräftig und übertraf auch die Erwartungen. Die Aktie fiel dennoch um 1,2 Prozent. Teilnehmer verwiesen auf Gewinnmitnahmen, denn unmittelbar vor der Veröffentlichung der Zahlen waren die Papiere auf ein Rekordhoch geklettert.

Schwächster Wert im Dow war jedoch die schwergewichtete Boeing-Aktie mit einem Minus von 1,6. Dieses Mal waren es aber nicht die Probleme mit dem Flugzeugtyp 737 Max, der nach zwei Abstürzen seit Monaten am Boden bleiben muss, sondern der fehlgeschlagene Testflug einer Raumkapsel, die Boeing für bemannte Raummissionen der US-Raumfahrtbehörde Nasa entwickelt hat.

Merck & Co profitierten mit einem Plus von 1,8 Prozent von der FDA-Zulassung des Ebola-Impfstoffs Ervebo. Die Titel von Scholastic schossen um 8,4 Prozent in die Höhe, nachdem das auf Kinder- und Schulbücher spezialisierte Verlagshaus mit den Quartalszahlen die Markterwartungen übertroffen hatte.

Die französische Wettbewerbsbehörde hat ein Bußgeld in Höhe von 150 Millionen Euro gegen Google verhängt. Der US-Konzern habe die marktbeherrschende Stellung im Geschäft mit Online-Werbung bei Suchergebnissen missbraucht, indem Werbetreibende willkürlich und ungerechtfertigt aus dem System des Konzerns ausgeschlossen worden seien. Die Aktie von Google-Mutter Alphabet zeigte sich mit einem Minus von 0,4 Prozent.

Das Pfund erhielt vorübergehend einen positiven Impuls kommt von der überraschenden Aufwärtsrevision des britischen BIP. Die Zustimmung des britischen Parlaments zum Brexit-Vertrag von Premierminister Boris Johnson bewegte das Pfund dagegen kaum. Aufgrund der komfortablen Mehrheit der Regierung war eine solche Entscheidung erwartet worden. Letztlich zeigte sich die britische Währung wenig verändert bei etwa 1,3010 Dollar.

Wie der Handel auf dem Frankfurter Parkett im Detail verlief, können Sie in unserem Börsen-Tag nachlesen.

Quelle: ntv.de, mra/dj