Marktberichte

Twitter im Minus Rekordjagd der Wall Street vorerst beendet

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(Foto: AP)

Nach der Rekordjagd zum Wochenschluss sorgen Gewinnmitnahmen an den US-Börsen zu Wochenbeginn für Verluste. Das spielt sich auf dem Parkett der Krypto-Anleger ab. Twitter bekommt die Konto-Sperre von Donald Trump zu spüren.

Nach immer neuen Rekordhochs an der Wall Street vergangene Woche haben die Anleger am Montag einen Teil der Kursgewinne versilbert. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial sank letztlich um 0,29 Prozent auf 31.008,69 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,66 Prozent auf 3799,61 Zähler bergab und der technologielastige Nasdaq 100 verlor deutliche 1,55 Prozent auf 12.902,49 Punkte.

Wenige Tage vor Beginn der Bilanzsaison stellten sich Anleger die Frage, ob die anstehenden Firmenbilanzen das aktuelle hohe Kursniveau rechtfertigten, sagte Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan. Am Freitag läuten die Großbanken Citigroup, JPMorgan und Wells Fargo den Zahlenreigen ein. Kopfzerbrechen bereite Investoren außerdem das erneute Amtsenthebungsverfahren gegen den scheidenden US-Präsidenten Donald Trump, sagte Thomas Hayes, Manager beim Vermögensverwalter Great Hill. Sie befürchteten, dass sich deswegen die erwarteten weiteren Konjunkturhilfen verzögern oder die notwendigen Mehrheiten im US-Kongress nicht zustande kämen. "Der Markt will diese Zusatzhilfen so schnell wie möglich."

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Auch Bitcoin-Anleger nutzten die jüngste Rally für Gewinnmitnahmen. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise verbilligte sich auf 33.140 Dollar und notierte damit fast 25 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 41.998,75 Dollar vom Freitag. Das sei eine Erinnerung daran, dass Kryptowährungen nichts für schwache Nerven seien, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi. Dieser Kursrutsch sei aber kein Grund zur Panik, sondern eine Gelegenheit zum Einstieg, betonte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. "Die Rally ist noch nicht zu Ende."

Langfristig trauen Experten Bitcoin ein Vielfaches der aktuellen Kurse zu. Dennoch warfen Anleger Firmen aus dem Kryptowährungssektor und Unternehmen, die sich mit der Bitcoin & Co zugrundeliegenden Blockchain-Technologie befassen, aus ihren Depots. So brachen die Papiere von Riot, Mara und Silvergate um bis zu 14 Prozent ein.

Unter Verkaufsdruck geriet auch Twitter, nachdem der Kurznachrichtendienst den Account von US-Präsident Donald Trump gesperrt hatte. Offenbar wolle Twitter damit eine künftige strengere Regulierung sozialer Medien abwenden, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. "Allerdings könnte es sich hierbei um einen Fall von 'zu wenig, zu spät' handeln." Twitter-Aktien brachen um mehr als sechs Prozent ein. In ihrem Sog büßten die Titel von Facebook knapp zwei Prozent ein. Das Online-Netzwerk hatte Trumps Account ebenfalls gesperrt.

Nach Absturz einer Maschine des Typs 737-500 in Indonesien rutschten die Papiere des Herstellers Boeing um 1,4 Prozent ab. Der Flieger sei zwar keine 737 Max, werfe aber einen weiteren dunklen Schatten auf das Unternehmen, sagte CMC-Experte Hewson. Die Maschinen des Typs 737 Max waren nach zwei Abstürzen mit einem weltweiten Flugverbot belegt worden.

Quelle: ntv.de, mba/rts