Marktberichte

Tech-Ausverkauf an Wall Street US-Börsen beenden schwarze Woche

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(Foto: AP)

Nach einem Tag Verschnaufpause geht es an der Wall Street zum Wochenende schon wieder steil bergab. Belastungsfaktoren sind vor allem der Technologiesektor. Hier will Apple erneut keinen Ausblick wagen und dämpft als Konjunkturindikator die Stimmung an den US-Börsen.

Enttäuschende Quartalsberichte namhafter Tech-Giganten wie Apple und Facebook haben am Freitag die US-Börsen belastet. Zudem bereiten die Corona-Neuinfektionen, die seit Montag herbe Kurseinbrüche ausgelöst haben, weiter Sorgen. Die zeitweise heftigen Tagesverluste im Dow Jones Industrial verringerten sich in der letzten Handelsstunde allerdings kräftig. Letztlich ging der Wall-Street-Index mit einem moderaten Abschlag von 0,59 Prozent auf 26.501,60 Punkte aus dem Handel, nachdem er zeitweise knapp 2 Prozent eingebüßt hatte. Das Minus seit Wochenbeginn beläuft sich auf 6,5 Prozent, sein Monatsverlust auf 4,6 Prozent. So kräftig war der Dow - sowohl auf Wochen- als auch Monatsbasis - seit März nicht mehr abgesackt.

Der marktbreite S&P 500 gab um 1,21 Prozent auf 3269,96 Punkte nach. Der Nasdaq 100 büßte 2,62 Prozent auf 11052,95 Zähler ein und verlor damit in den vergangenen fünf Handelstagen 5,5 Prozent. Auch für den Nasdaq-Auswahlindex bedeutet dies den größten Verlust seit März.

Royal Caribbean
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In den USA füllen sich unterdessen in einigen Bundesstaaten die Krankenhäuser rapide. "Wir gehen in die falsche Richtung", sagte der US-Seuchenexperte Anthony Fauci. Der Volatilitätsindex lag so hoch wie seit fünf Monaten nicht. Besonders unter Druck gerieten die Techwerte. Die Aktien von Apple sackten um 5,6 Prozent ab. Der iPhone-Absatz ging im abgelaufenen Quartal so stark zurück wie seit zwei Jahren nicht mehr, weil sich Käufer vor der Einführung der neuen 5G-Geräte zurückhielten. Um 5,5 Prozent abwärts ging es für die Amazon-Titel: Der Internethändler profitiert zwar eigentlich von der Pandemie, weil die Menschen vermehrt im Internet einkaufen.

Dennoch rechnet das Unternehmen mit höheren Kosten im Schlussquartal. Auch Facebook geriet unter die Räder, die Papiere sanken um gut sieben Prozent. Das Unternehmen rechnet mit schwierigeren Geschäften im kommenden Jahr. Gut ein Fünftel verloren die Aktien von Twitter: Der Kurznachrichtendienst enttäuschte die Erwartungen der Analysten bei der Entwicklung der Nutzer. Nach dem anfänglichen Zustrom zu Beginn der Corona-Krise verharrt die Zahl der monatlichen Nutzer nun bei 187 Millionen. "Wir sehen einen großen Ausverkauf bei den Techwerten, weil sie dem Hype nicht gerecht werden, und weil sich die Leute Sorgen wegen der Wahl machen", sagte Kim Forrest, Chefinvestor bei Bokeh Capital Partners.

Aufwärts ging es dagegen für die Aktien der Kreuzfahrtanbieter Carnival, Royal Caribbean und Norwegian mit einem Plus von bis zu sechs Prozent. Die US-Seuchenschutzbehörde CDC legte die Rahmenbedingungen für einen sicheren Betrieb von Kreuzfahrtschiffen in der Pandemie vor, das unter anderem Corona-Tests und zusätzliche Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter vorsieht. Ein Verbot für Kreuzfahrten läuft am Samstag aus.

Quelle: ntv.de, mba/rts